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Internationaler Tag der Pflege

Moderne Ausbildung, mehr Personal – mehr Männer in Pflegeberufen

Pfleger kümmert sich liebevoll um Seniorin: Er hält ihre Hände und beide haben freundlichen Blickkontakt
© Kzenon | Fotolia

Am 12. Mai ist "Tag der Pflege". Das Motto 2018: „Bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung ist ein Menschenrecht“. Dafür werden dringend qualifizierte Fachkräfte benötigt. Neben der Modernisierung der Berufsausbildung ist klischeefreie Berufsorientierung eine von vielen Maßnahmen, um den aktuellen Pflegenotstand zu bekämpfen.

„Patient first“ fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) aus Anlass des diesjährigen Tags der Pflege und weist auf gravierende Lücken des deutschen Gesundheitssystems hin. Eine Gesundheitsversorgung, die sich an den individuellen Bedürfnissen von kranken und pflegebedürftigen Menschen orientiert, erfordert eine entsprechende Personaldecke. Diese gibt es derzeit nicht und die Situation in der Pflege drängt. Das Problem: Pflegeberufe sind unattraktiv. Mit einer modernisierten Ausbildung und verbesserten Arbeitsbedingungen will die Bundesregierung ab 2020 mehr Menschen für den Zukunftsberuf Pflege begeistern.

Gute Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne alleine reichen nicht

Doch mit einer Reform der Pflegeberufe allein ist es nicht getan, wenn sich Jugendliche bei der Berufswahl weiterhin stark von Geschlechterklischees leiten lassen. Eine klischeefreie Berufsorientierung hilft, tradierte Rollenvorstellungen bei den Berufsentscheidungen vieler Jugendlicher in Frage zu stellen und sich stattdessen an persönlichen Präferenzen und tatsächlichen Fähigkeiten zu orientieren. Eine Chance auch für die Fachkräftegewinnung im Pflegebereich.

Die Sachverständigenkommission für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung rät daher zu einer „genderkompetenten Berufsberatung und -orientierung“, um das Berufswahlverhalten von Jugendlichen zu erweitern. Für den Pflegebereich mit über 80 Prozent Frauenanteil heißt das: Vor allem junge Männer sollen für die Pflege gewonnen werden. So richtet sich z.B. die Aktion „Zukunftsberuf Pfleger“ gezielt an junge Männer. Das gleichnamige Portal nimmt Pflegeberufe unter die Lupe und junge Pfleger berichten von ihrem Job in der Altenpflege, im Krankenhaus oder in der Heilerziehungspflege. Die wichtigen Role Models erzählen, warum sie sich für diesen Beruf entschieden haben und welche Karrieremöglichkeiten es gibt. Dabei gewähren sie realistische Einblicke in ihren Arbeitsalltag - jenseits von Klischees.