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Klischeefrei Infothek

Die Ausnahme, die Rabenmutter, die Kämpferin

Unbewusste Bias in der medialen Darstellung von Top-Managerinnen

Bildbeschreibung
© Hering Schuppener
Hrsg. Hering Schuppener
Schlagwort Studie
Erscheinungs­jahr 2020

Die Studie zeigt, dass Frauen in Führung sehr stereotyp dargestellt werden und appelliert an die Verantwortung der Medien – für die Manifestation als auch für die Veränderung von Klischees.

Zentrale Ergebnisse

1. Top-Managerinnen werden oft als Ausnahme beschrieben, das Medieninteresse ist entsprechend groß. Häufig werden dabei individuelle Eigenarten besonders hervorgehoben.

2. Frauen in Führungspositionen sehen sich in der Berichterstattung meistens mit veralteten Rollenmustern und entsprechenden gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert.

3. Das Aussehen von Frauen nimmt in den untersuchten Medien rund ein Drittel mehr Raum ein als das von Männern. Managerinnen empfinden ihr Auftreten auch als stärker bewertet.

4. Medien diskutieren bei Frauen das Familien-, Liebes- und Privatleben oder die Kindheit im Durchschnitt doppelt so häufig wie bei Männern. Unsere Gesprächspartnerinnen bestätigen, dass ihre fachlichen Beiträge deshalb weniger im Vordergrund stehen.

5. Stereotyp „männliche“ Führungseigenschaften werden beiden Geschlechtern zugeschrieben – bei Frauen aber häufig negativer konnotiert.

6. In der medialen Darstellung treiben Managerinnen oft den Wandel, während ihre Kollegen eher als Bewahrer gelten.

7. Top-Managerinnen sehen sich als mediale Vorbilder für andere Frauen. Unsere Gesprächspartnerinnen ermutigen Kolleginnen, selbstbewusst mit den Medien umzugehen und eine klare Strategie zu verfolgen.

8.  Den Medien wird eine große gesellschaftliche Verantwortung zugeschrieben. Es sei auch an ihnen, eigene Bias zu hinterfragen und traditionelle Rollenbilder aufzubrechen.

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