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„Nur in Zusammenarbeit mit anderen können gleiche Chancen für alle ermöglicht werden“

Nina Straßner, Leiterin von Diversität und Inklusion SAP
© SAP SE

Das IT-Unternehmen SAP hat mit der Auswirkung von geschlechterspezifischen Berufszuweisungen zu kämpfen, denn es braucht wie viele andere Nachwuchs für IT-Berufe. Nina Straßner, Leiterin von Diversität und Inklusion der SAP, erläutert im Interview die Motivation, bei der Initiative Klischeefrei mitzumachen.

Frau Straßner, könnten Sie die SAP bitte kurz vorstellen?

Die SAP SE ist internationaler Marktführer für Geschäftssoftware und unterstützt Unternehmen jeder Größe und Branche dabei, ihre Ziele bestmöglich zu erreichen. Mit unseren Lösungen treiben wir die sogenannte „digitale Transformation“ unserer Kunden voran  und unterstützen sie dabei mit dieser immer schnelleren digitalen Welt Schritt zu halten.

Mit unserem Hauptsitz in Walldorf und unseren Niederlassungen in 130 Ländern verfügen über Kompetenzen aus der ganzen Welt. Außerdem sind wir davon überzeugt, dass die Vielfalt von kultureller und ethnischer Herkunft, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung und Identität, geistigen und körperlichen Fähigkeiten und der individuellen Lebens- und Arbeitsumstände unser Unternehmen stärkt und wir uns bewusst dazu entschieden haben, Diversität und Inklusion fest in unseren Unternehmensleitlinien zu verankern und unseren Mitarbeitern die Freiheit zu geben sowie sie zu fördern, das zu sein, was sie sein wollen. Denn erst gemeinsam als Kollektiv aus unterschiedlichen Sichtweisen kann Innovation entstehen. Wer nun noch weiterliest, erfährt am Schluss, wofür die Abkürzung „SAP“ steht. 

Was hat Sie motiviert, der Initiative Klischeefrei beizutreten?

Als IT-Unternehmen haben wir mit der Auswirkung von geschlechterspezifischen Berufszuweisungen zu kämpfen, denn auch wir brauchen Nachwuchs für IT-Berufe. Außerdem sind Karrierewege auch innerhalb eines Unternehmens von Stereotypen nicht unbeeindruckt und haben teilweise nicht unerhebliche Auswirkungen. Das Thema setzt sich also teilweise durch ein ganzes Berufsleben fort.

Klischees haben leider heute immer noch Einfluss auf die Studienfachwahl als auch auf die Berufswahl junger Menschen, womit sie sich unter Umständen in ihren wahren beruflichen Möglichkeiten eingrenzen und einschränken. Da jedoch die berufliche Selbstverwirklichung in einem engen Zusammenhang mit der persönlichen Zufriedenheit und der freien Gestaltung der eigenen Persönlichkeit steht, ist es umso wichtiger, eine frei von klischees- und stereotypenbezogene Berufs- und Studienfachwahl zu fördern und junge Menschen darin zu bestärken, ihren Interessen und ihren individuellen Stärken bei ihrer Berufsorientierung nachzugehen. Die Herstellung von Chancengleichheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Denn nur in Zusammenarbeit mit anderen wirtschaftlichen und politischen Akteurinnen und Akteuren, Schulen und Hochschulen wie auch Behörden gilt es, dass das Geschlecht im gesellschaftlichen Kontext klischeefrei wird und Geschlechterstereotypen aufgebrochen werden können und gleiche Chancen für alle ermöglicht werden, um ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis gerade in technisch-orientierten Studiengängen oder Ausbildungen zu ermöglichen. Dadurch kann unterstützt werden, dass gerade junge Mädchen sich mehr für eine MINT-orientierte Ausbildung interessieren und sich eine Berufslaufbahn in der IT-Branche vorstellen können,  

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Zum einen nehmen wir am jährlich stattfindenden Girls'Day teil. Hier freuen wir uns besonders, jungen Mädchen Einblicke in den Berufsbereich IT geben zu können. Außerdem, weil wir als großes IT-Unternehmen nicht auf weibliche Talente und gut ausgebildete junge Frauen verzichten können, haben wir eine eigene Ausbildungsabteilung aufgebaut. Durch seine berufsintegrierende Art durchlaufen Studierende im Wechsel jeweils drei Monate an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim und drei Monate Praxisphase in unserem Unternehmen. Hier durchlaufen sie diverse Bereiche, wobei ihnen die Wahlfreiheit zwischen den Bereichen selbst zukommt, damit sie individuell entdecken und herausfinden können, welche Berufsmöglichkeiten zu ihnen, ihren Stärken und Interessen passt.  

Unsere eigene Plattform ermöglichst es Mitarbeiter:innen unserer Firma  als Mentor:innen für Schüler:innen zu fungieren. Zusätzlich achten wir auf eine geschlechterneutrale Ansprache (sowohl intern als auch extern) und besonderen Fokus auf eine geschlechterneutrale Ausschreibung von Stellen. SAP steht übrigens für „Systeme, Anwendungen, Produkte“.