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Berufs- und Lebensplanung ohne rollenspezifische Voreingenommenheiten

Barbara Knickrehm, Deutscher Verband für Bildungs- und Berufsberatung e.V.
© Iris Klöpper

Die Bedürfnisse der Rat Suchenden in den Mittelpunkt stellen. Diese Haltung möchte der Deutsche Verband für Bildungs- und Berufsberatung (dvb) stärken, damit Beratende Klientinnen und Klienten unterstützen können, ihre Berufs- und Lebensplanung ohne rollenspezifische Voreingenommenheiten selbst in die Hand zu nehmen.

Frau Knickrehm, können Sie den dvb kurz vorstellen?

Der Deutsche Verband für Bildungs- und Berufsberatung e. V. (dvb) ist ein Zusammenschluss von Berater*innen verschiedener Träger, Wissenschaftler*innen und Organisationen, deren Tätigkeitsfeld die Beratung zu Bildung, Beruf und Beschäftigung umfasst. Dazu gehören Beratende aus der Kommunalen Bildungsberatung, Arbeitsagenturen und Jobcentern, Hochschulen, Allgemein- und Berufsbildenden Schulen, Integrations- und Rehabilitationsberatungsstellen, Personalabteilungen sowie selbstständige Berater*innen und Studierende.

Der Verband ist als gemeinnützig anerkannt und arbeitet überwiegend mit ehrenamtlichen Kräften. Wir

  • betreiben Öffentlichkeitsarbeit für eine professionelle Beratungspraxis, die allen Menschen zugutekommt,
  • veranstalten Tagungen und Fortbildungen für Berater*innen und geben Fachpublikationen sowie Infomaterial für Rat Suchende heraus. 
  • leisten Überzeugungsarbeit bei Entscheidungsträgern für die gesellschaftliche Bedeutsamkeit professioneller Beratung. 
  • entwickeln Qualitätskonzepte und Kompetenzprofile für die Beraterausbildung und tauschen uns mit nationalen und internationalen Partnerverbänden aus. 
  • geben Stellungnahmen zu politischen Prozessen ab.

Was hat Sie motiviert, der Initiative Klischeefrei beizutreten?

Der dvb vertritt eine ressourcenorientierte, inklusive Beratungshaltung, die die Rat Suchenden mit ihren Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellt. Unser Anliegen ist es, eine solche Haltung zu stärken, so dass Beratende ihrerseits Klient*innen dabei unterstützen können, ihre Berufs- und Lebensplanung ohne rollenspezifische Voreingenommenheiten selbst in die Hand zu nehmen. Dazu gehören für uns nicht nur Geschlechterrollen, sondern alle Arten von Klischees, die bestimmten Personengruppen und Milieus oder auch bestimmten Berufen unterstellt werden.

Wir möchten uns mit anderen Akteur:innen, die ein ähnliches Anliegen haben, austauschen und gemeinsame Aktionen und Projekte ins Leben rufen. Das können gemeinsame Tagungen, Fortbildungen, Pilotprojekte und Ähnliches sein.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Wir entwickeln Fortbildungs- und Tagungsangebote und teilen Informationen zu Gender-, Inklusions-, Migrations- und anderen Themen mit unseren Mitgliedern und anderen Interessierten durch Newsletter, Webseite und Social-Media-Kanäle. Unser Fachmagazin „dvb forum“ widmet sich Fragen der genderorientierten Beratung mit entsprechenden Beiträgen. Zudem fließt das Anliegen in Gespräche mit Stakeholdern (Beratungsinstitutionen, Politiker*innen) ein.

Der dvb bietet seinen Mitgliedern zudem die Möglichkeit, sich in Projekten, Arbeits- oder Fachgruppen zu diesem Thema zu organisieren.

Welche Erfolge haben Sie bisher mit Ihrer Arbeit erreicht?

Ein Beispiel: Unsere in der Fachwelt vielbeachtete Tagung zur Ethik in der Beratung hat sich der Fragestellung gewidmet, wie ergebnisoffene, klischeefreie Beratung stattfinden kann und wie Beratende einen ethischen Kompass entwickeln können, der Voreingenommenheiten minimiert.