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23.11.2021

„Klischees hinterfragen und neue Räume für alle Menschen kreieren“

Gleichstellungs-Filmreihe von mindjazz pictures | Beitritt zur Initiative Klischeefrei

Der Kölner Filmverleih mindjazz pictures nimmt mit seinen Veröffentlichungen gesellschaftspolitische Themen in den Fokus, um Menschen neue Perspektiven anzubieten und sie miteinander ins Gespräch zu bringen. Mit Filmen zu Frauen in Gesellschaft und Beruf werden neben jüngeren Menschen auch explizit Unternehmen angesprochen. Jetzt ist der Filmverleih der Initiative Klischeefrei beigetreten. Interview mit Geschäftsführer Holger Recktenwald

„Klischees hinterfragen und neue Räume für alle Menschen kreieren“

Herr Recktenwald, könnten Sie Ihr Unternehmen bitte kurz vorstellen?

mindjazz pictures ist ein Filmverleih aus Köln – wir bringen in erster Linie Dokumentarfilme ins Kino. Filme, die mindjazz pictures den Zuschauer:innen nahe bringt, sollen wichtige Fragen aufwerfen, andere Perspektiven anbieten, und zu guter Letzt auch gut unterhalten.

Wir möchten mit den Filmen einen gesellschaftlichen Dialog anstoßen und legen viel Wert auf eine intensive Zusammenarbeit mit Zielgruppen und Kooperationspartner:innen aus den jeweiligen Themenbereichen. Zusammen mit diesen organisieren wir Sonderveranstaltungen. Durch spannende Gesprächspartner:innen und aktive Partizipation möchten wir den Teilnehmenden zusätzlichen Mehrwert anbieten. Wir bieten unsere Filme für Veranstaltungen in- und außerhalb der Kinos an – auch Online-Veranstaltungen sind möglich. Für interessierte Organisationen kuratieren wir Filmreihen aus unserem reichhaltigen Filmportfolio. 

Was hat Sie motiviert, der Initiative Klischeefrei beizutreten?

All unsere Veröffentlichungen verfolgen das Ziel, gesellschaftspolitisch relevante Themen zu adressieren und Menschen zum Umdenken anzuregen. Wir sehen unsere Aufgabe als eine Art Katalysator gesellschaftlicher Transformation.

Im Rahmen der Veröffentlichung unserer Filme, jüngst WOMAN und PICTURE A SCIENTIST – FRAUEN DER WISSENSCHAFT, haben wir wiederholt mit der Initiative Klischeefrei zusammengearbeitet und die Initiative als gesellschaftspolitisch wirkende Kraft schätzen gelernt. Das Engagement, Rollenstereotype zu hinterfragen und neue Räume für alle Menschen zu kreieren, ist auch unserer Anliegen.

Wir sehen hier starke Anknüpfungspunkte zu unserer eigenen Arbeit. Dabei geht es uns auch darum, nicht nur Klischees über Diversität zu postulieren und es sich darin bequem zu machen; wir möchten helfen, einen systemischen Blick auf die Gesellschaft zu werfen und alle darin zu berücksichtigen. Kritische, dabei aber wertschätzende Diskussionen sind ein elementarer Bestandteil für Veränderungen. Dies verbindet uns mit der Initiative Klischeefrei.  

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Nach außen akquirieren wir für unserer Programm Filme, die neue Perspektiven anbieten und richten unsere Marketingkampagnen gezielt auch an jüngere Menschen. Wir glauben, dass wertschätzender Umgang miteinander ein wichtiger Schlüssel ist, um Berufs- und Studienorientierung von Klischees zu befreien und Ideen fernab der Norm einen Nährboden zu geben.

Ein wichtiger Schwerpunkt bildet für uns das Thema Geschlechtergerechtigkeit. Wir haben zahlreiche Titel im Programm, die die Situation von Frauen in Gesellschaft und Beruf reflektieren. Wir bieten diese proaktiv Unternehmen und Organisationen an, initiieren Vorführungen und Filmgespräche. Diese sind ein bereichernder und sogar meist unterhaltsamer Anlass, gesellschaftspolitische Themen innerhalb der eigenen Struktur voran zu bringen. Unsere kuratierte Filmreihe „DOCS FOR EQUALITY“ spricht explizit Gleichstellungsbeauftrage von Unternehmen an und bietet Hilfe bei der Umsetzung.

Als Teil der Filmbranche sehen wir uns auch in der Verantwortung, unsere eigenen Strukturen zu reflektieren. Am Beispiel des Films THE CASE YOU wollen wir im März 2022 strukturelle Gewalt gegen Frauen in der Filmindustrie thematisieren und Filmproduzent:innen, Filmförderinstitutionen, Castingagenturen und alle anderen Gewerke einladen, mit uns darüber zu diskutieren, wie wir angstfrei und wertschätzend zusammen arbeiten können.

Nach innen ist es uns ebenso wichtig einen wertschätzenden Umgang miteinander zu pflegen und Bedarfe aller Teammitglieder zu berücksichtigen. Dabei erscheint uns auch ein möglichst hierarchiefreier Umgang ein wichtiger Faktor zu sein, um allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben Gehör zu finden. mindjazz pictures arbeitet mit vielen jungen Kolleg:innen zusammen, die wir in ihrer Professionalisierungsphase begleiten, ihnen Dinge zutrauen, ohne sie mit ihrer Verantwortung alleine zu lassen. Für uns ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiger Faktor. Uns ist es wichtig, dass Mitarbeitende die Möglichkeit haben soziale Verpflichtungen für Familienangehörige und Freund:innen berücksichtigen zu können.  

Welche Erfolge haben Sie bisher mit Ihrer Arbeit erreicht? 

Wir konnten seit unserem Bestehen viele hunderttausend Menschen in unseren Vorführungen und Veranstaltungen begrüßen. Durch spannende Themensetzungen können wir intensive Diskussionen begleiten und auslösen. 

Wir freuen uns sehr über die unzähligen positiven Reaktionen und die wertschätzenden Kritiken, die uns erreichen. Seit Gründung sind wir als Team stetig an unseren Aufgaben gewachsen und sehen, dass wir eine Weiterentwicklung jedes und jeder Einzelnen feststellen können. Geschlechterspezifische Zuschreibungen fallen uns mittlerweile schneller auf und werden thematisiert. Dass dies möglich ist, hat viel mit gegenseitigen Vertrauen und etablierten kommunikativen Strukturen zu tun, die wir uns im Laufe der Zeit erarbeitet haben.  

Gleichstellungsfilmreihe von mindjazz pictures

„Vorbilder haben eine enorme Bedeutung für uns als Gesellschaft und für jede Einzelne. Nur wer erfolgreiche Frauen kennt, kommt auf die Idee, auch selbst eine zu werden. Deswegen haben wir Filme zusammengestellt, die starke Frauengeschichten erzählen. Sie bilden einen sehr guten Anlass um miteinander ins Gespräch zu kommen. Egal ob in einer einzelnen Veranstaltung oder einer ganzen Filmreihe, egal ob im echten oder digitalen Vorführraum.“ 

Filmauswahl

  • WOMAN: 2000 Frauen. 50 Länder. 1 Stimme.
  • PICTURE A SCIENTIST: Dokumentarfilm zu Frauen in der Wissenschaft
  • THE HUNT FOR PLANET B erzählt das Drama hinter dem James-Webb-Weltraumteleskop der NASA und verbindet dies mit der Geschichte einer passionierten Pioniergruppe von Wissenschaftlerinnen
  • JANE: ein intimes Porträt der Primatenforscherin und Naturschützerin Jane Goodall
  • DAS WUNDER VON TAIPEH erzählt, begleitet von historischem Filmmaterial, die Geschichte der ersten Fußballweltmeisterschaft der Frauen, bei der das Team Germany aus Bergisch Gladbach Weltmeisterin wurde.

Zum ausführlichen Programm auf mindjazz.de
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