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Glossar

Im Glossar finden Sie Erklärungen von Begriffen zur klischeefreien Berufs- und Studienwahl. Wenn Sie sich näher informieren möchten: Die Website gender-glossar.de bietet wissenschaftliche Beiträge zu Begriffen, Personen und Institutionen aus dem Bereich der Gender Studies.

Glossar

Unterschiedliche Verteilung von Frauen und Männer auf Berufe, Branchen und Hierarchieebenen. Während Männer zum Beispiel in naturwissenschaftlich-technischen und handwerklichen Berufen überrepräsentiert sind, sind Frauen häufig in Berufen aus den Bereichen Soziales, Gesundheit, Pflege und Erziehung tätig.

Prozess, in dem sich vor allem Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 mit ihrer späteren Berufswahl auseinandersetzen. Dabei stützen sie sich auf persönliche Neigungen, Interessen, Fähigkeiten und Stärken sowie auf Informationen über Berufsfelder und Berufe einschließlich der Zugangsvoraussetzungen und Anforderungen.

Entscheidung, die zur Aufnahme einer Berufsausbildung oder zur Ergreifung eines bestimmten Berufs führt. Während des Prozesses der Berufswahl geht es um persönliche Neigungen, Interessen, Fähigkeiten und Stärken sowie um Anforderungen des späteren Berufes. Unterstützend stehen dafür Angebote der Berufsberatung-/orientierung, Ausbildungsberatung und Studienberatung zur Verfügung.

Das biologische Geschlecht bezieht sich auf die körperlichen Geschlechtsmerkmale und somit auf die biologischen Unterschiede von Frauen und Männern.

Englischer Begriff für Verschiedenheit oder Vielfalt. Diversity bezieht sich vor allem auf die soziale, geschlechtliche, wirtschaftliche und kulturelle Vielfalt in einer Gesellschaft.

Englische Bezeichnung für einen Prozess, bei dem gesellschaftlich zugeschriebene Geschlechterrollen in alltäglichen Interaktionen immer wieder aktiv hergestellt werden. Aus dieser Perspektive ist Geschlecht weniger ein biologisches Merkmal, sondern das Ergebnis sozialen Handelns.

Bezeichnung für das soziale Geschlecht in Abgrenzung zum biologischen Geschlecht. Nach dem Konzept Gender gibt es keine homogene Gruppe von "Frauen" oder "Männern" und keine Definition von männlich oder weiblich. In der Diskussion um Gender und Sex wird teilweise die Meinung vertreten, dass auch die biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau kulturell bedingt seien.

Der englische Begriff lässt sich am besten mit „Leitbild der Geschlechtergerechtigkeit“ übersetzen. Bei allen gesellschaftlichen und politischen Vorhaben werden die Auswirkungen auf die Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern grundsätzlich und systematisch berücksichtigt.

Englisch für „Geschlechter-Einkommenslücke“. Gemeint ist der geschlechtsspezifische Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen. Der Gender Pay Gap ist die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer und Frauen im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer.

Fähigkeit, relevante Geschlechteraspekte zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen, die auf eine Gleichstellung zielen. Zur Genderkompetenz gehören das Wissen um Geschlechterrollen und -beziehungen, Kenntnisse von Fakten zur Situation von Mädchen und Jungen sowie die Umsetzung geschlechtergerechter Ansätze.

Nach Geschlecht aufgeteilt. Zum Beispiel gibt es Angebote zur Berufsorientierung, die sich gezielt ausschließlich an Jungen oder Mädchen richten.

Forschungszweig, der sich wissenschaftlich explizit mit der Kategorie Geschlecht und ihren Auswirkungen auseinandersetzt. International üblich ist die Bezeichnung „Gender Studies“.

Gleiche Rechte, Sichtbarkeit und Partizipation beider Geschlechter in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens. Geschlechtergerechtigkeit bedeutet auch, die Vielschichtigkeit geschlechtsbedingter Ungleichheiten, Hierarchien und Zwänge anzuerkennen.

Klischees oder auch Stereotype sind eingefahrene Denk- und Verhaltensmuster, die sich auf Personengruppen beziehen und diese mit bestimmten Zuschreibungen, Verhaltensweisen, Eigenschaften und Fähigkeiten in Verbindung bringen. Geschlechterklischees sind Annahmen, wie Frauen und Männer angeblich sind, wie sie denken, fühlen, sich verhalten und was sie gut können oder auch nicht. Diese Zuschreibungen lernen wir von Geburt an. Häufig richten junge Menschen ihre Berufswahlentscheidung nach stereotypen Vorstellungen aus und schränken damit ihr Berufswahlspektrum stark ein. Geschlechterklischees beeinträchtigen Mädchen und Jungen in der freien Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Sie verfestigen sich im Laufe unseres Lebens, sofern wir sie nicht kritisch hinterfragen.

Geschlechterrollen werden durch die Sozialisation geprägt und werden von den Individuen aktiv angeeignet. Sie beinhalten Verhaltensweisen, die für Frauen und Männer als typisch oder akzeptabel gelten und gesellschaftlich von ihnen erwartet werden.

Geschlechterstereotype schreiben Menschen allein wegen ihrer Geschlechtszugehörigkeit bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen zu. So gelten Frauen hierzulande als fürsorglich, Männer als ehrgeizig. Frauen und Männer, die von diesen Klischees abweichen, werden als „unweiblich“ oder „unmännlich“ betrachtet.

Als geschlechtshomogen bezeichnet man Gruppen, in denen Frauen oder Männer unter sich sind. Geschlechtsheterogen ist eine Gruppe, in der alle Geschlechter vertreten sind.

Sensibilität für Geschlechtsunterschiede und Einbezug in die pädagogische Arbeit. Dazu gehört z.B. die Analyse der Lebenswelten von Mädchen und Jungen, das Wissen um Geschlechterrollen und ihre Auswirkungen und die Frage, welche Rolle Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei Mädchen und Jungen spielen, wo es Ungleichheiten oder Ungerechtigkeiten gibt und wie diese vermindert werden können.

Unsichtbare Barriere, die verhindert, dass Frauen trotz hoher Qualifikation in das obere Management aufsteigen. Im Vergleich zu gleich qualifizierten männlichen Kollegen sind sie in Führungspositionen stark unterrepräsentiert.

Umschreibung des Phänomens, dass Männer in frauendominierten Berufsfeldern wie Pflege oder Erziehung die Karriereleiter aufsteigen.

Konzept, das Ungleichheits- und Unterdrückungsverhältnisse über die Kategorie Geschlecht hinaus berücksichtigt. Intersektionalität betrachtet soziale Kategorien wie Gender, Ethnizität, Nation oder Klasse nicht isoliert, sondern nimmt ihre Wechselbeziehungen und Überschneidungen (intersections) in den Blick.

Eingefahrenes Denkschema, das nicht unbedingt mit der Wirklichkeit übereinstimmt, ähnlich einem Vorurteil. Klischees sind häufig auf eine bestimmte Personengruppe bezogen. So wird Mädchen oder Jungen allein aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit die Fähigkeit zugeschrieben, bestimmte Tätigkeiten besonders gut oder weniger gut zu können.

Der pädagogische Begriff Koedukation meint in der Regel die gemeinsame Bildung von Jungen und Mädchen. Monoedukation hingegen ist das Gegenteil und bezeichnet die getrennte Unterrichtung von Menschen, die nach bestimmten Merkmalen zusammengestellt wurden, zum Beispiel nach Geschlecht.

Sammelbezeichnung für Unterrichts- und Studienfächer beziehungsweise Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Lohn in Form von Geld, der für eine Arbeitstätigkeit gezahlt wird.

Angebot im Rahmen der Berufsorientierung, das Jugendlichen eine Selbst- und Fremdeinschätzung ihrer fachlichen, methodischen, sozialen und personalen Potenziale ermöglicht. Das Instrument bezieht sich auf die Lebens- und Arbeitswelt der Jugendlichen unabhängig von geschlechtsbezogenen Rollenerwartungen.

Mit produktiver Arbeit ist bezahlte Erwerbsarbeit gemeint, während reproduktive Arbeit meist unbezahlte Haus- und Familienarbeit wie Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen bedeutet. Reproduktive Arbeit wird überwiegend von Frauen geleistet, produktive Arbeit nach wie vor vermehrt von Männern.

Das soziale Geschlecht (Gender) bezieht sich auf die gesellschaftliche, soziale und kulturelle Geschlechterrolle. Sie wird erlernt und kann sich im Laufe der Zeit ändern. Die soziale Geschlechterrolle kann sowohl innerhalb der jeweiligen Kultur als auch zwischen den Kulturen sehr unterschiedlich sein.

Prozess, in dem sich vor allem Abiturientinnen und Abiturienten mit ihrer späteren Studienwahl auseinandersetzen, gestützt auf Informationen über mögliche Berufsfelder und Studienfächer einschließlich ihrer Voraussetzungen und Anforderungen.

Entscheidung, die zur Aufnahme eines bestimmten Studiengangs führt. Während des Prozesses der Studienwahl geht es um persönliche Neigungen, Interessen, Fähigkeiten und Stärken von Abiturientinnen und Abiturienten sowie um Anforderungen des Studiengangs und späteren Berufs. Unterstützend stehen dafür Angebote der Berufs- und Studienberatung sowie der Arbeitsagenturen zur Verfügung.

Undoing Gender meint das Aufzeigen und Überwinden gesellschaftlich konstruierter Geschlechterbilder, -muster und -praxen, einschließlich der damit verbundenen Vorurteile und Benachteiligungen.

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