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„Ziel ist ein geschlechtersensibles und demokratisches, inklusives Bildungswesen mit emanzipatorischen Inhalten“

Die größte Lobby der Frauen in Deutschland ist der Initiative Klischeefrei beigetreten

Porträt der Vorsitzenden des Deutschen Frauenrats, Mona Küppers
© Deutscher Frauenrat

Der Deutsche Frauenrat engagiert sich für die Gleichstellung von Frauen in Politik und Gesellschaft. Mona Küppers, Vorsitzende des Dachverbandes aktiver Frauenorganisationen, erklärt, welche Rolle geschlechtergerechte Bildung bei der Verbesserung von Chancengleichheit spielt.

Frau Küppers, bitte stellen Sie den Deutschen Frauenrat kurz vor.

Der Deutsche Frauenrat ist die größte Lobby der Frauen in Deutschland. Er engagiert sich seit 1951 für die Rechte von Frauen in Deutschland, der europäischen Union und auf internationaler Ebene mit dem Ziel der rechtlichen und faktischen Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen. Die Politik des Deutschen Frauenrats zielt auf Geschlechtergerechtigkeit unter Berücksichtigung der Lebensverlaufsperspektive und gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen urbanen und ländlichen Regionen. Dabei finden relevante Kategorien wie biologisches Geschlecht (sex) und soziales Geschlecht (gender), sexuelle Identität, Alter, kulturelle Zugehörigkeit, Ethnizität, Behinderung oder sozioökonomischer Status Beachtung.

Der Deutsche Frauenrat als Dachverband bundesweit aktiver Frauenorganisationen vertritt Frauen aus Berufs-, sozial-, gesellschafts- und frauenrechtspolitischen Verbänden, aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Sport, Kultur, Medien und Wirtschaft. Dabei bündelt er, als Ergebnis demokratischer Willensbildung, die Interessen seiner Mitglieder, bringt sie in die Bundespolitik und als Mitglied der Europäischen Frauenlobby auf EU-Ebene ein und äußert sich zu gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Themen.

Was hat Sie motiviert, sich bei der Initiative Klischeefrei zu engagieren?

Für den Deutschen Frauenrat ist Geschlechtergerechtigkeit unerlässlicher Bestandteil der im Grundgesetz verankerten Demokratie. Er setzt sich für staatsbürgerliche Bildung zur Festigung des demokratischen Gemeinwesens ein, trägt mit seinem Engagement zur Bewusstseinsveränderung in der Gesellschaft bei und fördert so die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Wir engagieren uns als Partnerin der Initiative Klischeefrei, da wir gleiche Ziele und Anliegen verfolgen.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Der Deutsche Frauenrat setzt sich für ein für die Verbesserung der Stellung der Frauen in Familie, Berufs- und Arbeitswelt, Politik und Gesellschaft. Bildung nimmt in diesem Prozess eine Schlüsselstellung ein, da sie eine bewusste Lebensplanung mit unterschiedlichen Handlungsoptionen ermöglicht und wesentlich zur Überwindung überkommener, unzureichend hinterfragter und sozial konstruierter Geschlechterrollen beitragen kann. Alle pädagogischen Gestaltungen müssen unter dem Aspekt geprüft werden, ob sie bestehende Geschlechterverhältnisse und Benachteiligungen eher stabilisieren, oder ob sie eine kritische Auseinandersetzung und damit ihre Veränderung fördern.

Welche Erfolge haben Sie bisher mit Ihrer Arbeit erreicht?

Der Deutsche Frauenrat schafft es, die geschlechtergerechte Bildung themenübergreifend zu behandeln: so fällt die frühkindliche Bildung und Kinderbetreuung unter dem Stichwort „Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienaufgaben“ in die Bereiche der „Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik“ und „Familienrecht und Familienpolitik“. Das Anliegen „Frauen und Technik“ sowie Fragen der Ausbildung werden ebenfalls unter dem Schwerpunkt „Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik“ oder in der Rubrik „Gleichstellungspolitik“ behandelt. Beschlüsse zur Gesundheitserziehung finden sich unter unserer Rubrik „Gesundheitspolitik“.