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Eröffnungsrede von Schirmherrin Elke Büdenbender

1. Fachtagung der Initiative Klischeefrei | Berlin, 12. Juni 2018

In ihrer Eröffnungsrede macht sich Schirmherrin Elke Büdenbender stark für Gerechtigkeit in der Bildung. „Klischees transportieren und manifestieren Vorurteile, legen Fesseln an und behindern bei der Entfaltung unserer Stärken,“ so Büdenbender. Eltern, Familie, Peergroups und die jungen Menschen selbst schon frühzeitig bei der Berufsorientierung mitzunehmen, sei wichtig, um kommenden Generationen eine freie Berufswahl zu ermöglichen.

Elke Büdenbender an einem Redepult mit Blumenschmuck

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Giffey,
sehr geehrter Herr Bundesminister Heil,
sehr geehrte Frau Parlamentarische Staatssekretärin Quennet-Thielen,
sehr geehrte Frau Prof. Allmendinger,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste,

herzlich willkommen zu einer Premiere.

Eine Fachtagung der Initiative Klischeefrei gab es noch nie. Als Schirmherrin freue ich mich ganz besonders, Sie alle zu dieser Premiere begrüßen zu dürfen und gemeinsam einen neuen Weg zu gehen.

Um neue oder vielmehr andere Wege geht es bei Klischeefrei. Es geht darum, Jugendliche zu unterstützen, die aus traditionellen Rollen und Geschlechterklischees ausbrechen wollen und ihre Berufswahl nach individuellen Talenten und Interessen treffen.

Als die drei fachlich zuständigen, ehemaligen Bundesministerinnen die Initiative im letzten Jahr lancierten und mich fragten, ob ich nicht die Schirmherrschaft übernehmen möchte, habe ich keinen Moment gezögert und dies sehr gern getan. Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit sind nicht zuletzt auch im Bildungsbereich enorm wichtig für alle jungen Menschen. Klischees transportieren und manifestieren Vorurteile, sie legen uns Fesseln an und behindern die Entfaltung unserer Stärken. Es ist wunderbar, dass sich auch die beiden Bundesministerinnen Franziska Giffey und Anja Karliczek, sowie Bundesminister Hubertus Heil dem Thema engagiert widmen.

In den Schulen und auch in den Kitas werden die Weichen für individuelle Lebensläufe gestellt - ohne Abschluss findet man keinen Anschluss an die Berufswelt. Deshalb investiert eine Gesellschaft zugleich in die Zukunft, wenn sie in die Jugend investiert!

Meine sehr verehrten Damen und Herren, wie kann diese Investition aussehen?

Ansetzen sollte sie schon in der Phase der Berufsorientierung. Neben den Eltern und Familien sind dabei auch die Peergroups ganz entscheidend. In den Schulen sollten jungen Menschen für diese große – und in den allermeisten Fällen auch bis dato wichtigste – Lebensentscheidung Fähigkeiten vermittelt werden, diese Entscheidung fernab von gesellschaftlichen Konventionen, Geschlechterklischees oder vorurteilsbehafteten Images einzelner Berufe oder Bildungswege zu treffen.

Auf die eben angeschnittenen Themenkomplexe

  • Berufsorientierung,
  • Berufswahlspektrum sowie
  • Rollenbilder und Klischees

werden wir später in einer Gesprächsrunde noch ausführlich zu sprechen kommen. Ganz besonders freue ich mich auf den Austausch mit den Vorbildern Frau Springer, Herrn Tyzaj und Herrn Kutbay, die ich teils bereits persönlich kennenlernen konnte. Ihre Neugier, meine lieben Damen und Herren, auf diese beeindruckenden jungen Menschen möchte ich schon jetzt wecken!

Ich freue mich aber auch ganz besonders auf alle anderen Beiträge. Lassen Sie uns diese Fachtagungen mit interessanten und vielfältigen Gesprächen und Vorträgen füllen!

Für unsere Gesellschaft ist die Debatte über die Herausforderung, wie wir künftige Generationen von Berufstätigen gut auf das sich zunehmend durch Digitalisierung und andere Faktoren rasant verändernde Arbeitsleben vorbereiten können, enorm wichtig. Die Initiative Klischeefrei und die heutige Premiere – die 1. Fachtagung – sind ein wichtiger Teil dieses Diskurses.

Deshalb sage ich: Vorhang auf und lassen Sie uns beginnen!