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„Gemeinsam kann man viel mehr erreichen!“

Porträt von Bettina Wilhelm, der Bremer Landesfrauenbeauftragten
© ZGF

Die Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau ist eine Einrichtung des Landes Bremen. Die Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm verdeutlicht im Interview die Gründe zum Beitritt zur Initiative Klischeefrei und wie sich die Zentralstelle für klischeefreie Berufsorientierung einsetzt.

Frau Wilhelm, bitte stellen Sie sich und die Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau bitte kurz vor.

Wir sind eine unabhängige Einrichtung des Landes Bremen mit dem gesetzlichen Auftrag, darauf hinzuwirken, dass das verfassungsrechtliche Gebot der Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht wird. Im Alltag heißt das: Wir achten darauf, dass Konzepte, Projekte, Strategien – kurz: alle Vorhaben von Verwaltung und Politik - die Perspektive von Frauen im Blick haben. Wir setzen Impulse und regen Maßnahmen dort an, wo wir feststellen, dass Frauen nicht oder noch nicht gleiche Zugänge und Chancen wie Männer haben. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Arbeitsmarkt und Wirtschaft. Berufsorientierung und insbesondere die Zugänge von Mädchen in den MINT-Bereich sind Schwerpunkte unserer Arbeit.

Was hat Sie motiviert, sich in der Initiative Klischeefrei zu engagieren?

Wir finden es gut und richtig, wie die Initiative Klischeefrei Akteurinnen und Akteure zusammenbringt und ihre Konzepte und Maßnahmen fokussiert. Es gibt viele gute Ansätze einer klischeefreien Berufsorientierung und viele tolle Projekte, Mädchen für MINT-Berufe zu gewinnen. Diese vielen Ideen zu bündeln, miteinander zu vernetzen und so zu einer starken Position zu formieren, an der es nicht vorbeigeht und die gemeinsam viel mehr erreichen kann als Einzelstimmen, finden wir den richtigen Weg – und sind sehr gerne dabei!

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Bei allen Vorhaben der Bremer Landespolitik zu den Themen Berufsorientierung, Berufs- oder Studienwahl achten wir darauf, dass bestehende Klischees hinterfragt und Maßnahmen, sie zu verändern, mitgedacht und mitkonzipiert werden. Wir setzen uns dafür ein, Mädchen für MINT zu gewinnen und unterstützen verschiedene Projekte.

Wir veranstalten auch selbst welche: Gemeinsam mit der Hochschule Bremerhaven bieten wir seit über zehn Jahren in den Herbstferien das Hochschul-Schnupperstudium an: Mädchen der 6. Und 7. Klassen können naturwissenschaftlich-technische Bereiche der Hochschule spielerisch erkunden; sie lernen viel über mögliche Berufe und präsentieren zum Schluss ein eigenes Projekt, das sie in dieser Zeit erarbeitet haben.

Und mit der Aktion „Klasse-Frauen: Lernen mal anders“ schicken wir jedes Jahr im März rund 50 Role Models – Frauen mit ungewöhnlichen Berufen oder Werdegängen – in Bremer Schulen, damit sie mit den Kindern und Jugendlichen über Berufswege sprechen, über Vorurteile und wie wir sie überwinden können. Zudem setzen wir gemeinsam mit Kooperationspartnern und Betrieben an unserem Standort Bremerhaven das Hamburger Projekt mint:pink um, das Schülerinnen über den Zeitraum von einem Jahr intensive Einblicke in MINT-Berufe und -Betriebe ermöglicht.

Welche Erfolge haben Sie bisher mit Ihrer Arbeit erreicht? 

Alle drei Aktionen, das Hochschul-Schnupperstudium, die „Klasse-Frauen“ und „mint:pink“, sind sehr nachgefragt und landesweit bekannt. Und wir schreiben es uns auf die Fahnen, dass die Akteurinnen und Akteure der Berufsorientierung die Geschlechterperspektive und die Klischee-Falle inzwischen deutlich im Fokus haben.