X

Sie verwenden einen veralteten Browser, mit dem nicht alle Inhalte von BIBB.de korrekt wiedergegeben werden können. Um unsere Seiten in Aussehen und Funktion in vollem Umfang nutzen können, empfehlen wir Ihnen, einen neueren Browser zu installieren.

„Gerade im ländlichen Raum besteht Bedarf, Klischees aufzubrechen“

Anna Horey-Kück, Schulleiterin Hardautal-Schule Suderburg
© Anna Horey-Kück

Die Hardautal-Schule ist eine teilgebundene Ganztagsschule im niedersächsischen Suderburg. Im Interview spricht Schulleiterin Anna Horey-Kück über die Wichtigkeit klischeefreier Berufsorientierung.

Liebe Frau Horey-Kück, können Sie die Hardautal-Schule vorstellen?

Die Hardautal-Schule ist eine Oberschule in Suderburg für Schülerinnen und Schüler aus dem Ort und der Umgebung. Unsere Schule ist ein kleines, etabliertes Schulsystem im ländlichen Raum. Wir sind eine teilgebundene Ganztagsschule, die Schülerinnen und Schüler haben also an zwei Nachmittagen Unterricht.

Zurzeit besuchen 160 Schülerinnen und Schüler in den Jahrgängen 5 bis 10 die inklusive Hardautal-Schule. Aktuell bestehen insgesamt 10 Klassen. Die Jahrgänge 5, 6 und 7 sind jahrgangsbezogen, so dass hier alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam entsprechend ihrer Kompetenzziele unterrichtet und betreut werden. Der Unterricht in den Jahrgängen 8, 9 und 10 findet schulformbezogen in Hauptschul- und Realschulklassen statt. Das Kollegium der Hardautal-Schule besteht derzeit aus 20 Regelschullehrkräften, einer Schulsozialarbeiterin und zwei Förderschullehrkräften im inklusiven Kontext.

Was hat Sie motiviert, der Initiative Klischeefrei beizutreten?

Die Berufswahl ist heutzutage noch immer recht stark von typischen Geschlechterrollen geprägt. Gerade im ländlichen Raum besteht Bedarf, diese Klischees aufzubrechen und die Stereotypen zu verändern. Wir haben uns gefragt: Wie können wir noch aktiver dazu beisteuern, dass Schülerinnen und Schüler (unabhängig vom familiären und sozialen Kontext) ihre Interessen erweitern und „über den Tellerrand schauen“.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Wir versuchen vor allem, den Schülerinnen und Schülern vorzuleben, dass Geschlechterrollen heutzutage überholt sind. Insbesondere durch die Teilnahme am „Girls'Day“ und „Boys'Day“ sowie während der Vorbereitung dieser Tage ist dies ein großes Thema.

Aber auch im Politik-, Wirtschafts- und Deutschunterricht sind stereotype Verhaltensweisen mitsamt der entsprechenden Berufswahl Bestandteil der Unterrichtsinhalte. Es ist unser Ziel, Ideen, Vorstellungen und Ansätze im Sinne eines klischeefreien Denkens mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam zu entwickeln und sie so für ein klischeefreies Leben nach der Schule vorzubereiten.

Sie sollen frei und offen durch die Welt gehen können und benötigen dafür nicht nur die entsprechenden Kompetenzen, sondern auch Einstellungen und Vorerfahrungen. Diese versuchen wir in der Schule zu vermitteln.

Hinsichtlich der Studienorientierung erhalten wir Unterstützung von der „Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften“, die hier in Suderburg einen Standort hat. In einem MINT-Projekt versuchen wir gemeinsam, das Interesse der Mädchen für MINT-Berufe zu wecken.