10.09.2026
„Wir wollen vielfältige Studien- und Bildungswege stärker ins Blickfeld rücken“
Das CHE Centrum für Hochschulentwicklung ist der Initiative Klischeefrei beigetreten. Mit Daten, Analysen und verständlichen Informationen will es Geschlechterklischees sichtbar machen und vielfältige Studien- und Bildungswege stärker ins Blickfeld rücken.
Herr Professor Ziegele, was macht das CHE?
Das CHE Centrum für Hochschulentwicklung ist ein gemeinnütziger Think Tank für die Hochschullandschaft. Wir schaffen Orientierung für Studieninteressierte, untersuchen Entwicklungen im Hochschulsystem und entwickeln gemeinsam mit Hochschulen und weiteren Partnern Lösungen für gute und faire Studienbedingungen. Dazu gehört unter anderem das CHE Hochschulranking.
Warum ist das CHE der Initiative Klischeefrei beigetreten?
Bildungs- und Berufsentscheidungen sollten sich an Interessen, Fähigkeiten und persönlichen Zielen orientieren – nicht an Geschlechterklischees. Solche Vorstellungen wirken oft unbewusst und können dazu führen, dass Menschen bestimmte Studiengänge oder Berufe gar nicht erst in Betracht ziehen.
Unser Engagement gegen Geschlechterklischees verbindet sich mit einem weiteren Anliegen: Auch starre Bilder von einem „richtigen“ Bildungsweg können Möglichkeiten begrenzen. Wir setzten uns ein für ein System nachschulischer Bildung, das akademische und berufliche Ausbildung zusammendenkt, beispielsweise durch unsere Service-Angebote und Ratgeber beim Thema Studieren ohne Abitur.
Welchen Beitrag kann das CHE leisten?
Das CHE kann mit Daten zum Geschlechterverhältnis im Hochschulsystem, Analysen und verständlichen Informationen zu Studienangeboten dazu beitragen, Klischees sichtbar zu machen und Wahlmöglichkeiten zu erweitern. Wir wollen vielfältige Studien- und Bildungswege stärker ins Blickfeld rücken, Studieninteressierte unabhängig von Geschlecht und Bildungsbiografie ansprechen und Hochschulen für faire Rahmenbedingungen sensibilisieren. Dazu prüfen wir auch unsere eigene Sprache und möchten unsere Expertise zu Themen wie Studienorientierung, Durchlässigkeit, Lehrkräftebildung und Future Skills in das Netzwerk einbringen.