26.03.2026 | aktualisiert 14.04.2026
Bundesministerin Karin Prien empfängt französische Gleichstellungsministerin Aurore Bergé
Deutsch-Französischer Tag in Berlin
Im Fokus standen Antisemitismusprävention und die Gleichstellung von Frauen und Mädchen. Beim Gallery Walk konnten sich die Ministerinnen ein Bild von Projekten machen, die Chancengerechtigkeit im MINT-Bereich stärken. Auch der Projektleiter der Servicestelle der Initiative Klischeefrei war vertreten und verdeutlichte, wie klischeefreie Berufsorientierung zu mehr Chancengerechtigkeit beitragen kann.
Am 24. März empfing Bundesfrauenministerin Karin Prien anlässlich des Deutsch-Französischen Tages des Bundesbildungs- und Familienministeriums ihre französische Amtskollegin, die Ministerin für die Gleichstellung der Geschlechter und den Kampf gegen Diskriminierung, Aurore Bergé, in Berlin. Der Deutsch-Französische Tag im Bundesbildungs- und Familienministerium bietet jährlich die Gelegenheit, die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit beider Länder in zentralen gesellschaftspolitischen Fragen zu vertiefen.
Im Mittelpunkt des Treffens standen die Bekämpfung von Antisemitismus sowie die Förderung von Gleichstellung und Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) für Mädchen und Frauen inklusive geschlechtersensibler Berufsorientierung.
Bei einem Austausch zur MINT-Förderung von Frauen und Mädchen sowie zu den Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz für die Gleichstellung wurden mit Expertinnen Impulse aus Wissenschaft und Praxis diskutiert. Beim abschließenden Gallery Walk konnten sich die Ministerinnen ein Bild von Projekten machen, die die Chancengerechtigkeit im MINT-Bereich stärken, darunter auch die Servicestelle der Initiative Klischeefrei, die ihre Angebote zur klischeefreien Berufsorientierung präsentierte.
Für mehr Chancengerechtigkeit im MINT-Bereich
Im Gespräch mit Bundesministerin Karin Prien, ihrer französischen Amtskollegin Aurore Bergé und der polnischen Gleichstellungsstaatssekretärin Katarzyna Kotula machte Miguel Diaz, Projektleiter der Servicestelle der Initiative Klischeefrei, deutlich: „Klischeefreie Berufsorientierung in MINT ist wichtig, damit insbesondere junge Frauen ihr Potenzial entfalten können, Fachkräfte gewonnen werden und bessere, gerechtere Innovationen entstehen. Ebenso wichtig ist es, mehr Jungen und Männer für den sozial-pflegerischen Bereich zu gewinnen. Daher unterstützt die Initiative Klischeefrei auch die bundesweiten Aktionstage Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag und Boys'Day – Jungen-Zukunftstag.“
Klischeefreie Berufsorientierung ist gerade in MINT-Berufen besonders wichtig, weil diese Bereiche stark von gesellschaftlichen Vorstellungen geprägt sind. So zeigen die PISA-Tests (Programme for International Student Assessment) auch in Frankreich die anhaltende Verbreitung des Stereotyps, dass Jungen in Mathematik besser abschneiden als Mädchen.
Gute Gründe für klischeefreie Berufsorientierung
- Talente nutzen: Klischees schrecken Mädchen und Frauen oft ab, obwohl sie Interesse oder Talent für MINT mitbringen. Eine klischeefreie Berufsorientierung ermutigt Mädchen und Frauen, ihre Interessen und Stärken im MINT-Bereich zu entdecken und weiterzuentwickeln.
- Fachkräfte gewinnen und sichern: Gerade in MINT-Berufen fehlen schon heute viele Fachkräfte. Wenn sich mehr junge Menschen entsprechend ihrer Fähigkeiten und Interessen für MINT-Berufe entscheiden, profitieren auch Arbeitsmarkt und Gesellschaft.
- Vielfältige Perspektiven führen zu besseren Lösungen: Unterschiedliche Perspektiven helfen, Probleme besser zu verstehen und kreativere, alltagstauglichere Lösungen zu entwickeln.
- Innovation braucht Vielfalt: Neue Ideen entstehen häufig dort, wo verschiedene Denkweisen zusammentreffen. Klischeefreie Berufsorientierung sorgt dafür, dass mehr Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen auch in MINT zusammen kommen.
- Eine klischeefreie Orientierung öffnet Möglichkeiten und stärkt Selbstvertrauen: Rollenbilder dagegen beeinflussen schon früh, viele Kinder entwickeln schon in der Schule ein starres Bild davon, „was zu ihnen passt“.
- Mehr Chancengerechtigkeit: Berufswahl sollte von Interessen und Fähigkeiten abhängen, nicht von Geschlecht, Herkunft oder sozialen Erwartungen.
Das Treffen im BMBFSFJ verdeutlichte, wie wichtig der internationale Austausch für eine moderne, klischeefreie und zukunftsorientierte Berufsorientierung ist.