BP:
 

12.01.2026

„Bei uns zählen Fähigkeiten und Fertigkeiten – unabhängig vom Geschlecht“

Keine Männer- oder Frauenberufe, sondern Fähigkeiten: Die Berliner Stadtreinigung (BSR) tritt der Initiative Klischeefrei bei und zeigt, wie Chancengerechtigkeit im Alltag klappt – mit gemischten Teams, zielgruppengerechten Kampagnen, Schnuppertagen und Bildungsangeboten in Schulen.

„Bei uns zählen Fähigkeiten und Fertigkeiten – unabhängig vom Geschlecht“
Dr. Stefanie Hansen-Heidelk, Leiterin Personal und Gesundheit, Berliner Stadtreinigung (BSR)

Was hat für die BSR den Ausschlag gegeben, der Initiative Klischeefrei beizutreten?

Für die BSR war der Beitritt zur Initiative Klischeefrei nur konsequent. Wir sind überzeugt: Vielfalt in Teams schafft echten Mehrwert, fördert Kreativität und führt zu besseren Entscheidungen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, klassische Rollenbilder nachhaltig zu überwinden und unterrepräsentierte Gruppen zu stärken. Statt zwischen „Frauen- und Männerberufen“ zu unterscheiden, zählen bei uns Fähigkeiten und Fertigkeiten - unabhängig vom Geschlecht.

Unser Motto „Orange ist bunt“ unterstreicht: Wir möchten so vielfältig sein wie Berlin selbst. Klischeefreie Ausbildung und Berufsorientierung sind bei uns seit Jahren gelebte Praxis. Auch gesetzliche Vorgaben wie das Landesgleichstellungsgesetz unterstützen uns dabei, diesen Weg weiterzugehen.

Was tun Sie als Unternehmen für eine Arbeitswelt frei von Geschlechterklischees – oder welche Maßnahmen planen Sie?

Bei uns sind alle Menschen willkommen. Chancengerechtigkeit und Inklusion sind uns wichtig. Wir setzen uns aktiv für eine Arbeitswelt ohne Geschlechterklischees ein. Ein wichtiger Baustein ist unser Frauenförderplan, mit gezielten Maßnahmen wie Schnuppertagen und Kampagnen, um zum Beispiel mehr Frauen für die Müllabfuhr oder Straßenreinigung zu gewinnen. Außerdem achten wir besonders darauf, in vielfältigen und gemischten Teams zusammenzuarbeiten. Das spiegeln auch unsere Stellenanzeigen und Werbekampagnen wider, die sich gezielt an Gruppen richten, die bislang in unserem Unternehmen noch unterrepräsentiert sind.

Dazu bieten wir Traineeprogramme für Absolvent:innen, prüfen die Teilnahme an Girls' und Boys' Day und arbeiten im Austausch mit Hochschulen zusammen. Intern sorgen wir in Programmen und Schulungen für mehr Bewusstsein. Wir glauben, dass Vielfalt zu mehr Perspektiven und besserem gegenseitigen Lernen führt.

Stichwort Nachwuchsgewinnung: Was wäre aus Ihrer Unternehmenssicht wichtig für eine gute klischeefreie berufliche Orientierung in der Schule?

Aus unserer Sicht ist es für eine klischeefreie Berufsorientierung in der Schule besonders wichtig, dass Jugendliche Informationen über alle Berufe erhalten, ganz unabhängig von alten Geschlechterklischees. Im Vordergrund sollten die eigenen Fähigkeiten und Interessen stehen, nicht das Geschlecht.

Praktische Angebote wie der Girls’Day und Boys’Day oder Berufsfelderkundungen sind sehr wertvoll, weil sie echte Einblicke ermöglichen. Auch Lehrer:innen und Erzieher:innen können als Multiplikator:innen durch speziell entwickelte Programme viel bewirken. Außerdem helfen vielfältige Vorbilder und authentische Berichte aus gemischten Teams, die Bandbreite an Möglichkeiten sichtbar zu machen.

Gehen Sie als BSR selbst in Schulen? Wenn ja: Auf welche Maßnahmen setzen Sie und welche Erfolge sehen Sie?

Ja, wir sind als BSR regelmäßig in Schulen unterwegs – besonders mit dem Schwerpunkt Abfalltrennung und Umweltbildung. Dabei beantworten wir natürlich auch gern Fragen zu unseren Berufen, wenn Interesse besteht.

Für Schulen und Kitas gibt es eigene Programme, zum Beispiel Schulungen für Lehrkräfte und Erzieher:innen.

Wir halten Vorträge, tauschen uns mit Schüler:innen aus und kooperieren auch mit Hochschulen. Die Resonanz ist sehr positiv. Wir merken: Das Interesse an Umwelt, Vielfalt und den unterschiedlichen Berufsbildern wächst stetig. Unser Ziel ist es, Neugier zu fördern und eine klischeefreie berufliche Orientierung möglich zu machen.

Ein wichtiger Baustein ist unser Frauenförderplan, mit gezielten Maßnahmen wie Schnuppertagen und Kampagnen, um zum Beispiel mehr Frauen für die Müllabfuhr oder Straßenreinigung zu gewinnen.

Dr. Stefanie Hansen-Heidelk, Leiterin Personal und Gesundheit, Berliner Stadtreinigung (BSR)