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02.11.2026

Hofnachfolge: Töchter von Anfang an mitdenken

Wer übernimmt später den Hof? Geschlechterklischees können beeinflussen, wem diese Aufgabe zugetraut wird. Ein Beitrag des Gunda-Werner-Instituts zeigt, welche Hürden Frauen in der Landwirtschaft begegnen und wie sich berufliche Perspektiven öffnen lassen.

Hofnachfolge: Töchter von Anfang an mitdenken

Wenn landwirtschaftliche Betriebe innerhalb der Familie weitergegeben werden, stehen häufig die Söhne als Nachfolger im Mittelpunkt. Töchter werden dagegen mitunter gar nicht erst nach ihren Interessen gefragt. Der Beitrag von Johanna Wies beschreibt, wie traditionelle Rollenbilder den Zugang zu Betriebsleitung, fachlichen Aufgaben und Verantwortung prägen.

Am Beispiel einer Frau, die auf einem Weingut aufwuchs, wird deutlich, wie früh solche Erwartungen wirken können: Wenn sie auf einem Weingut aushalf, wurde sie für Küche und Service eingeplant. Ob sie etwas über Wein lernen oder bei einer Weinprobe mitwirken wollte, wurde sie hingegen nicht gefragt. Heute führt sie gemeinsam mit ihrem Partner ein Weingut und einen Abfüllbetrieb.

Für eine klischeefreie Berufsorientierung bietet der Beitrag einen wichtigen Anknüpfungspunkt: Junge Menschen brauchen die Möglichkeit, unterschiedliche Tätigkeiten kennenzulernen und eigene Interessen zu entwickeln. Dazu gehört auch, Töchter frühzeitig als mögliche Hofnachfolgerinnen anzusprechen und ihnen entsprechende Einblicke und Erfahrungen zu ermöglichen.

Der Artikel verbindet persönliche Erfahrungen mit Erkenntnissen einer 2023 veröffentlichten Studie des Thünen-Instituts zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben. Neben beruflichen Zugängen behandelt er die Verteilung von Arbeit, finanzielle Eigenständigkeit und soziale Absicherung.