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24.03.2021

„Die Stadt Werther ist sich ihrer Verantwortung als Arbeitgeberin bewusst“

Die Stadt Werther (Westf.) setzt sich auf mehreren Ebenen gegen Geschlechterklischees ein. Da lag es nahe, sich wie viele andere Städte in Deutschland der Initiative Klischeefrei anzuschließen. Im Interview sprechen Bürgermeister Veith Lemmen und Gleichstellungsbeauftragte Ariane Vaughan über Motivation, Maßnahmen und Ziele.

„Die Stadt Werther ist sich ihrer Verantwortung als Arbeitgeberin bewusst“

Herr Lemmen, Frau Vaughan, können Sie die Stadt Werther bitte vorstellen?

Werther (Westf.) ist eine Stadt im Norden des Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen. Hier wohnen aktuell 11.355 Menschen (Stand 1. März 2021). Für die Stadt Werther sind derzeit 91 Personen tätig. Vorsitzender des Rates und gleichzeitig Leiter der Verwaltung ist der Bürgermeister Veith Lemmen. Der Rat der Stadt Werther besteht aus 28 Ratsmitgliedern.

Die Stadtverwaltung ist in vier Fachbereiche gegliedert und verfügt mit der Umwelt- und der Gleichstellungsbeauftragten über zwei Stabstellen. Die Gleichstellungsbeauftragte Ariane Vaughan ist Ansprechpartnerin für sowohl Beschäftigte der Stadtverwaltung als auch für die Einwohner*innen, wenn es um Themen wie Chancengleichheit und Gleichstellung geht.

Was hat Sie motiviert, der Initiative Klischeefrei beizutreten?

Selbstverständlich ist die Gleichstellungsstelle in der kommunalen Verwaltung die wichtigste Ansprechpartnerin, wenn es um Themen geht, die mit Geschlecht verbunden sind. Die Initiative Klischeefrei setzt sich für einen wichtigen Aspekt ein und hat sehr gute Ansätze und Ziele, die die Stadt gerne aktiv unterstützen möchte. Auch die Klischeefrei-Infothek als eine digitale Sammlung mit wichtigen Ressourcen und Arbeitsmaterialien ist eine gute Unterstützung bei der Gleichstellungarbeit. Die Vernetzung zwischen verschiedenen Akteur*innen der Arbeit für Geschlechtergerechtigkeit aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern ist sehr wichtig.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Der Stadt Werther bist es sehr wichtig, dass sich alle Menschen unabhängig vom Geschlecht und von eingrenzenden Klischees für jeden Beruf entscheiden können. Die Gleichstellungsbeauftragte beschäftigt sich mit Geschlechtergerechtigkeit auf diversen Ebenen. Dazu gehört selbstverständlich auch die Kritik an Klischees und Stereotypen, die verhindern, dass Jungen und Mädchen sich frei für einen Beruf entscheiden. Unter anderem werden regelmäßig Beiträge auf den sozialen Medien auch in diesem Themengebiet erstellt. Auch gab es schon verschiedene Kooperationen mit den örtlichen Schulen.

Welche Erfolge haben Sie bisher mit Ihrer Arbeit erreicht?

Die Stadt ist sich natürlich ihrer Verantwortung als Arbeitgeberin bewusst und denkt in allen Angelegenheiten Gleichstellungsaspekte mit, was insbesondere durch den ständigen Austausch mit der Gleichstellungsstelle geschieht.

Ein Beispiel der direkten Kinder-/Jugendarbeit sind sicherlich die erfolgreichen Selbstbehauptungskurse für Mädchen und Jungen, die in fünf Kommunen des nördlichen Kreis Gütersloh seit vielen Jahren regelmäßig angeboten werden. Dort werden Kinder bereits im Grundschulalter darin gestärkt, sie selbst zu sein und für sich einzustehen. Dies ist ein relevanter Aspekt, der sich auch positiv auf ihre weitere Entwicklung auswirkt. Zudem gibt es beispielweise in Zusammenarbeit mit dem Kreisfamilienzentrum Fam.o.S. e. V. Qualifizierungsangebote als Babysitter*innen, die sich explizit an Mädchen und Jungen wenden.