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22.02.2022

„Gemeinsam können wir mehr erreichen“

SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg hat sich der Initiative Klischeefrei angeschlossen. Wie es dazu kam, erzählen der Geschäftsführer Johannes Krumme und die stellvertretende Geschäftsführerin Christiane Huber.

„Gemeinsam können wir mehr erreichen“

Herr Krumme und Frau Huber, können Sie das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg kurz vorstellen?

SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg ist das Netzwerk für partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft – regional verankert, bundesweit vernetzt. Wir bringen Schulen und Unternehmen zusammen, damit Jugendlichen der Übergang in die Berufs- und Arbeitswelt und Unternehmen die Nachwuchssicherung gelingt. Besonders möchten wir die Arbeit unserer 39 regionalen Netzwerke hervorheben. Zahlreiche Frauen und Männer bilden vor Ort Netzwerke, um jungen Menschen zukunftsweisende und individuelle Perspektiven für ihren persönlichen Berufseinstieg nahe zu bringen. Unterstützt wird das Ehrenamt vor Ort dabei vom Service SCHULEWIRTSCHAFT, getragen vom UBW – Unternehmer Baden-Württemberg und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport.

Was hat Sie motiviert, der Initiative Klischeefrei beizutreten? 

Seit Beginn unserer Arbeit ist es unser Anliegen, dass junge Menschen einen Beruf ergreifen, der ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht. Hierbei sollten sie nicht durch Geschlechterrollen eingeschränkt werden. Trotzdem ist es in Baden-Württemberg so, dass zum Beispiel der Frauenanteil in den MINT-Ausbildungsberufen nur elf Prozent beträgt. Mit unseren Veranstaltungen, Projekten und unserer Netzwerkarbeit wirken wir darauf hin, dass sich dies ändert. So setzen wir uns zum Beispiel dafür ein, junge Frauen für die Möglichkeiten in MINT-Berufen zu sensibilisieren und zu begeistern.

Aus eigener Erfahrung als Netzwerk wissen wir, dass wir gemeinsam mehr erreichen können. Deshalb freuen wir uns sehr, dass die Kooperation mit der Initiative Klischeefrei nun auch auf Landesebene offiziell besiegelt ist.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Das Thema Geschlechterneutralität ist ein Querschnittsthema, das wir bei sämtlichen unserer Aktivitäten mitdenken. Zusammen mit unseren Partnerinnen und Partnern aus Schule und Wirtschaft gestalten wir Angebote in der Berufsorientierung, in der MINT-Förderung, in der ökonomischen Bildung und der Schulentwicklung entsprechend aus.

Wir setzen uns für die nötigen Rahmenbedingungen ein und geben Jugendlichen, Lehrkräften und weiteren Engagierten vor Ort praktische Einblicke und machen Menschen mit Vorbildcharakter sichtbar. Wir tauschen uns mit Multiplikatoren aus, die die gleichen Ziele verfolgen, und entwickeln gemeinsam Perspektiven und setzen Projekte um. Ein gelungenes Beispiel hierfür sind die Girls‘Day-Akademien.

Welche Erfolge haben Sie bisher mit Ihrer Arbeit erreicht?

Erfolgreich setzen wir seit 13 Jahren die Girls‘Day-Akademien (GDA) zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit und weiteren Partnern wie Südwestmetall um. Die GDAs bieten eine vertiefte Berufsorientierung für Schülerinnen. Diese wird von Schule, Berufsberatung und Unternehmen gemeinsam gestaltet. Über 5000 Mädchen haben bisher in rund 17 GDAs pro Jahr MINT auf ganz praktische Art und Weise in Praktika bei Betrieben, technischen Workshops und Workshops zum Selbstmanagement kennen gelernt. Besonders freuen wir uns über Rückmeldungen, dass Teilnehmerinnen aufgrund einer GDA-Teilnahme eine Ausbildung im MINT-Bereich beginnen wie zum Beispiel Sandra, die inzwischen eine Ausbildung zur Elektronikerin für Geräte und Systeme absolviert.

Bei unserer Veranstaltungsreihe „Der Kick für meine Berufswahl“ sprechen junge Menschen über ihren Weg in Ausbildung oder Studium. Hier kommen Jungen und Mädchen gleichermaßen zu Wort, besonders freuen wir uns, wenn Jugendliche einen für ihr Geschlecht eher untypischen Beruf ergriffen haben. Die Veranstaltungen werden durch Impulse wie zum Beispiel der Initiative Klischeefrei ergänzt. In diesem Sinne ein großes DANKE für die bisherige Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf mehr!

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