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14.03.2022

„Berufswahl ist etwas ganz individuelles“

Die Wachstumsregion Ems-Achse schließt sich der Initiative Klischeefrei an. Über die Gründe spricht Jens Stagnet, Projektleiter der Fachkräfteinitiative, der sagt: „Es gibt keinen Beruf, den ein junger Mensch aufgrund seiner geschlechtlichen Identität nicht erlernen kann“.

„Berufswahl ist etwas ganz individuelles“

Herr Stagnet, können Sie die Wachstumsregion Ems-Achse kurz vorstellen?

Die Wachstumsregion Ems-Achse ist ein Verein aus Unternehmen, Kammern, Behörden und Bildungsanbietern aus Ostfriesland, Emsland und der Grafschaft Bentheim. Unsere Arbeitsschwerpunkte sind die Vernetzung der regionalen Stakeholder, das Finden und Binden von Fachkräften und die Vertretung der Region auf politischer Ebene.

Was hat Sie motiviert, der Initiative Klischeefrei beizutreten?

Viele unserer Maßnahmen in der Fachkräfteinitiative zielen auf die Unterstützung bei der Berufswahl junger Menschen ab. Wir sehen uns immer wieder mit alten Rollenbildern und Klischees konfrontiert – insbesondere im ländlichen Raum. Wir möchten durch die Unterstützung dieser Initiative den jungen Menschen in unserer Region aufzeigen, dass sich ein Blick über den Tellerrand lohnt. Es gibt keinen Beruf, den ein junger Mensch aufgrund seiner geschlechtlichen Identität nicht erlernen kann. Berufswahl ist etwas ganz Individuelles und sollte auch so betrachtet werden.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Die berufsorientierenden Maßnahmen der Fachkräfteinitiative richten sich immer gezielt an junge Menschen jeden Geschlechts. Wir beteiligen uns regelmäßig an Aktionstagen zur Lockerung von Geschlechterklischees in der Berufswahl und motivieren junge Menschen in unserer Region, ihre Berufswahl nicht auf alte Rollenbilder zu bauen. Role-Models aus geschlechteruntypischen Berufen finden bei uns Gehör und werden im Rahmen der Maßnahmen besonders gefördert.

Welche Erfolge haben Sie bisher mit Ihrer Arbeit erreicht?

Wir spüren in vielen Berufszweigen den AHA-Effekt bei jungen Menschen, wenn eine junge Frau zum Beispiel den Beruf der Verfahrensmechanikerin für Beschichtungstechnik vorstellt. Oftmals ist jungen Mädchen nicht bewusst, dass sie die erforderlichen Talente mitbringen und dass diese, in Kombination mit den Fähigkeiten anderer männlicher Auszubildenden neue Perspektiven für Berufe aufdecken. Diesen Moment versuchen wir weiter zu bestärken. Die Begeisterung, die mit diesem Moment einhergeht, wirkt oftmals auch auf die Eltern(-teile). Wir sind damit der klischeefreien Berufswahl in dieser Generation einen Schritt näher gekommen.

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