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22.09.2022

„Der Fachkräftemangel drängt darauf, Geschlechterklischees über Bord zu werfen!“

Als Verein für Berufsorientierung nimmt baseL nettetal mit dem Beitritt zur Initiative Klischeefrei eine Leuchtturmfunktion ein, erzählt Unternehmenscoach Nina Eibelshäuser im Interview.

„Der Fachkräftemangel drängt darauf, Geschlechterklischees über Bord zu werfen!“

Nina Eibelshäuser, können Sie baseL nettetal e.V. kurz vorstellen?

baseL ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, dass Jugendliche durch vielfältige Angebote innerhalb der Berufsorientierung einen zielgerichteten Anschluss finden. Durch persönliches Coaching werden die jungen Menschen bei der Erarbeitung ihres Berufsziels, der erfolgreichen Ausbildungsplatzsuche und dem Start in Ausbildung sowie Studium gefördert. Wir unterstützen des Weiteren Kooperationsunternehmen beim Ausbildungsmarketing und bei der Akquise von zukünftigen Fachkräften. Die Unternehmenscoaches bilden die Schnittstelle zwischen Arbeitgebenden und Jugendlichen, damit diese durch die Berufseinstiegscoaches passgenau beraten werden können.

Was hat Sie motiviert, der Initiative Klischeefrei beizutreten?

Wir möchten die Thematik „Gendersensible Berufsorientierung“ sichtbarer machen. Als Verein für Berufsorientierung nehmen wir mit Beitritt der Initiative eine Leuchtturmfunktion ein und inspirieren unsere Kooperationsunternehmen es uns gleichzutun. Es gibt ausreichend gute Gründe dafür, junge Menschen zu ermutigen, die traditionellen Pfade zu verlassen und sich von stereotypen Vorstellungen zu lösen. Die Erweiterung des Berufswahlspektrums empfehlen wir dringend. Unternehmen sind unserer Meinung nach spätestens jetzt in Zugzwang: der Fachkräftemangel drängt darauf, Geschlechterklischees über Bord zu werfen! Dafür möchten Impulse geben.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Noch immer lassen sich Jugendliche bei der Berufs- und Studienwahl von Klischees lenken statt von ihren individuellen Stärken. Durch dieses eingeengte Berufswahlspektrum bleiben Potenziale von Schülerinnen und Schülern häufig ungenutzt und zukunftsweisende Berufsperspektiven versperrt. Die Betriebe erreichen so qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber nicht. Wir setzen in unserer alltäglichen Arbeit die gendersensible Berufsorientierung im Übergang Schule-Beruf um. Das gesamte Kollegium unterstützt junge Menschen darin, ihre individuellen Potenziale und Talente auszuschöpfen und die Berufswahl nicht aufgrund traditioneller Rollenzuschreibungen einzuschränken.

Welche Erfolge haben Sie bisher mit Ihrer Arbeit erreicht?

Um weitere Weichen zu stellen für eine gleichstellungsorientierte Berufswahl, plant der Verein baseL gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Nettetal eine reichhaltige, mannigfaltige Themenwoche an Nettetaler Schulen. Die einzelnen Module der Themenwoche sind an Schülerinnen und Schüler, Eltern, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Lehrkräfte gerichtet. Darüber hinaus gibt es übergreifende Maßnahmen, die alle adressieren und die über den zeitlichen Rahmen der Themenwoche hinaus gehen.

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