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Geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung? „Der erste Schritt liegt in der Unternehmenskultur“!

Thorsten Spieles, Abteilungsleiter Projektabwicklung, Flach GmbH, Schweich
© Thorsten Spieles

Die Flach GmbH aus Schweich bei Trier ist neue Partnerin der Initiative Klischeefrei. Thorsten Spieles, Abteilungsleiter Projektabwicklung, stellt das Unternehmen und seine Aktivitäten im Interview vor.

Herr Spieles, könnten Sie sich und die Flach GmbH kurz vorstellen?

Die Flach GmbH ist ein Unternehmen in der Sanitär- und Heizungsbranche. Im Zusammenschluss mit zwei weiteren zusammengehörenden, aber autark agierenden Firmen in Schweich bei Trier und Niederanven (Luxemburg) bieten wir seit 40 Jahren Komplettlösungen im Bereich Bad, Heizung und Fliesen für den Neubau oder die Renovierung an.

In unseren 250 und 450 qm großen Ausstellungen präsentieren wir aktuelle Trends und konkrete Anwendungsbeispiele. Seit der Gründung im Jahr 1978 hat sich unser Team von damals 4 Mitarbeiter*innen auf mittlerweile 100 vergrößert.

Als Abteilungsleiter im Bereich der Projektabwicklung bin ich verantwortlich für die Planung, Steuerung und Kontrolle der laufenden Baustellen im Bereich Heizung und Sanitär. In Zusammenarbeit mit der Personal- und Marketingabteilung bin ich immer wieder gefordert im Zuge des Fachkräftemangels passende Mitarbeiter*innen für unser Team zu finden.

Was hat Sie motiviert, sich den Nationalen Kooperationen zu engagieren?

In der männlich dominierten Handwerkswelt herrschte jahrelang das Rollenbild des männlichen Handwerkes und der weiblichen Sekretärin vor. Diese hartnäckig verankerte Einstellung änderte sich erst mit einer Verjüngung innerhalb der Geschäftsleitung.

Das veraltete Geschlechterbild war nicht mehr tragbar und wir als Unternehmen wollten andere Ziele verfolgen. Auch aus einer persönlichen Motivation heraus engagieren wir uns dafür, dass auch in einem Handwerksunternehmen geschlechterneutral eingestellt wird. So haben wir uns seit der Gründung im Jahr 1978 zu einem modernen Unternehmen gewandelt, das großen Wert auf Gleichberechtigung und Integration legt und das in jeder Abteilung unseres Unternehmens.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Wir sind überzeugt davon, dass der erste Schritt dazu in der internen Unternehmenskultur liegt. Obwohl das Verhältnis zahlenmäßig noch immer nicht ausgeglichen ist, leben wir die Gleichberechtigung vor. Aus dieser internen Motivation heraus können wir den Einstellungsprozess neutral und unabhängig von Geschlecht, Religion oder Ethnie gestalten.

Um auch gezielt nach außen für ein Umdenken anzuregen, nehmen wir jedes Jahr am Girls‘ Day teil. Ein Aktionstag, der Frauen und Mädchen motivieren soll, technische und naturwissenschaftliche Bereiche zu ergreifen. Die Teilnehmerinnen können bei uns mit auf die Baustelle fahren und den Handwerksberuf live kennenlernen.

Stellenanzeigen für unseren Handwerksberuf werden geschlechtersensibel gestaltet und zeigen nicht nur Männer im Handwerk, sondern ganz selbstverständlich auch Frauen.

Welche Erfolge haben Sie bisher mit Ihrer Arbeit erreicht?

Einen großen Erfolg konnten wir 2016 erzielen. In jenem Jahr haben wir unsere erste weibliche Auszubildende zur Anlagenmechanikerin für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik eingestellt. Im Bezirk Trier gab es Ende 2017 unter insgesamt 261 Auszubildenden nur sechs weibliche Anlagenmechanikerinnen für SHK.