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„Mit geschlechtersensiblen Stellenanzeigen konnten wir den Frauenanteil in unserem Unternehmen erhöhen“

Jasmin Wucherer, Sven Walter Logistik
© Jasmin Wucherer

Spedition und Logistik sind männerdominierte Branchen. Für das Unternehmen Sven Walter Logistik muss das nicht so bleiben. Jasmin Wucherer erzählt im Interview, welchen Weg die Firma geht und was sie schon erreicht hat.

Frau Wucherer, könnten Sie sich und das Unternehmen „Sven Walter Logistik“ kurz vorstellen?

Mein Name ist Jasmin Wucherer und ich arbeite als Assistentin der Geschäftsführung in unserem Unternehmen, der Sven Walter Logistik e. K. Die Firma Sven Walter Logistik ist ein gefestigtes mittelständisches Einzelunternehmen mit ca. 140 Mitarbeitenden und modernen Strukturen, beheimatet in der Hauptstadt Berlin und Standorten in Landsberg bei Halle und Erfurt.

Sie betreibt einen eigenen Fuhrpark mit ca. 90 LKW. Es handelt sich um ein Unternehmen, das auf innerdeutsche Verteiler- und Linienverkehre spezialisiert und für mehrere namenhafte Kunden tätig ist. Wir verfügen über einen modernen Fuhrpark mit neuen, leistungsfähigen LKW und neuster Kommunikationstechnik.

Was hat Sie motiviert, sich bei der Initiative Klischeefrei zu engagieren?

Ich mich selbst. Mit Anfang 20 war ich auf der Suche nach einem Job als Fernfahrerin. Ich hatte etliche, vor allem aber immer wiederkehrende Ablehnungsgründe, unter anderem, weil ich nicht leistungsfähig genug wäre oder ich mich in einem wortwörtlich „gebärfreudigen“ Alter befände.

Meine eigene Berufs- bzw. Erfolgsgeschichte motiviert mich, uns als Unternehmen in der Initiative Klischeefrei einzubringen und sowohl Mädchen als auch Jungen den Weg in ein erfolgreiches Arbeits- und Ausbildungsleben als Berufskraftfahrer/-innen zu ermöglichen, frei von jeglichen Geschlechterklischees.

Zudem verbinden Frauen und Männer mit demselben Beruf ein weitgehend unterschiedliches Berufsbild und Berufswirklichkeiten. Das liegt unter anderem daran, dass wir – bewusst oder unbewusst – vorherrschende Rollenbilder und Geschlechterklischees vermitteln. Bislang fehlten uns hierfür Möglichkeiten des Austausches, um Impulse für die Weiterentwicklung zu erhalten.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Wir sind bemüht, Möglichkeiten der Berufs- und Studienorientierung frei von Geschlechterklischees zu bieten. So sind der Girls’Day und Boys’Day, Jobsnap (Ausbildungsmesse der Berliner Wirtschaft), die Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammer (IHK) und your turn (Programm der IHK Berlin für Studienaussteiger/-innen) fester Bestandteil unseres Konzeptes.

Darüber hinaus pflegen wir Kontakte zu Schulen und Berufsschulen zur Hilfestellung und Aufklärung bei der Berufswahl.

Welche Erfolge haben Sie bisher mit Ihrer Arbeit erreicht?

Mit geschlechtergerechten und geschlechterneutralen Stellenanzeigen konnten wir unsere Attraktivität bei Bewerberinnen erhöhen und den Anteil an Mitarbeiterinnen innerhalb dieses Jahres (2018) erhöhen.