X

Sie verwenden einen veralteten Browser, mit dem nicht alle Inhalte von BIBB.de korrekt wiedergegeben werden können. Um unsere Seiten in Aussehen und Funktion in vollem Umfang nutzen können, empfehlen wir Ihnen, einen neueren Browser zu installieren.

„Viele Schülerinnen und Schüler vertreten geschlechterrollentypische Berufswünsche“

Marco Busch, Zeit & Service Beschäftigungsförder GmbH
© Marco Busch

Der Bildungsträger Zeit & Service ist seit 2008 im Bereich der Berufsorientierung aktiv. Klischeefreies Erproben von Berufsfeldern ist für das Unternehmen aus Brake dabei ein wichtiger Aspekt.

Lieber Herr Busch, könnten Sie Ihr Unternehmen bitte kurz vorstellen?

Zeit & Service ist 1997 gegründet worden. Sie ist eine kommunale Einrichtung zur Beschäftigungsförderung im Landkreis Wesermarsch. In der Einrichtung sind zwei grundsätzliche Bereiche mit diversen Angeboten etabliert worden: 1. Der Sektor der Qualifizierung, Umschulung oder Weiterbildung von Arbeitssuchenden; 2. Der Sektor der Vorbereitung junger Menschen für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Beide Bereiche sollen im Idealfall zu einer Integration der Teilnehmer in den Arbeitsmarkt führen. Seit 2008 engagiert sich Zeit & Service darüber hinaus im Bereich der Berufsorientierung (BO). In Kooperation mit der Kreisvolkshochschule (KVHS) setzt sie im Landkreis Wesermarsch das Konzept des Berufsorientierungsprogramms (BOP) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) um. Mittlerweile werden neun allgemeinbildende Schulen des Sekundarbereichs I betreut.

Was hat Sie motiviert, der Initiative Klischeefrei beizutreten?

Zeit & Service ist in der Wesermarsch einer der größten Bildungsträger, der für die allgemeinbildenden Schulen eine Berufsorientierung anbietet. Rund 500 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 durchlaufen jährlich das Programm.

Bei der Umsetzung haben wir festgestellt, dass viele Schülerinnen und Schüler geschlechterrollentypische Berufswünsche und Ansichten vertreten. Hierdurch werden interessante Berufsfelder, die nicht zu der Geschlechterrolle passen, zunächst nicht in die nähere Betrachtungsweise innerhalb der individuellen Berufsorientierung mit einbezogen.

Das wollen wir zukünftig in der Firma mit den Schülerinnen und Schülern verstärkt reflektieren und beleuchten. Die Initiative Klischeefrei ist für uns diesbezüglich der ideale Einstieg zur Umsetzung der selbstgesteckten Ziele.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtssensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Im Rahmen der Berufsorientierung betreuen wir die Schülerinnen und Schüler unter anderem für einen Zeitraum von 10 Tagen an verschiedenen Ausbildungsorten. In den 10 Tagen durchlaufen sie verschiedene Berufsfelder, wie zum Beispiel das „Berufsfeld Holz“ oder das „Berufsfeld Gesundheit & Soziales“.

In regelmäßigen Abständen werden von uns bewusst Zielgruppen gebildet, die ein Berufsfeld durchlaufen, das in einen für die Geschlechterrolle eher untypischen Bereich liegt. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass sich eine Gruppe von Jungs unter Leitung eines männlichen Gruppenleiters im „Berufsfeld Gesundheit & Soziales“ wiederfindet oder eine Gruppe von Mädchen unter der Anleitung einer weiblichen Gruppenleiterin im „Berufsfeld Holz“.

Mittelfristig sollen sich die Mitarbeiter intensiv mit der Genderthematik auseinandersetzen, damit die Qualität der Berufsorientierung bei Zeit & Service in diesem Punkt verbessert wird. Dazu sollen im zweiten Halbjahr 2019 firmeninterne Weiterbildungen angeboten werden.