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„Wir möchten Lust auf berufliche Tätigkeiten in einem erweiterten Berufswahlspektrum wecken.“

© Heinrich von Fintel

Die Axel-Bruns-Schule hat am 1. April 2019 vom Niedersächsischen Kultusministerium die Auszeichnung „Berufliche Bildung - klischeefrei“ erhalten. Schulleiter Heinrich von Fintel berichtet über die Aktivitäten der Schule in Sachen gendergerechte Berufsorientierung.

Herr von Fintel, bitte stellen Sie Ihre Einrichtung kurz vor!

Wir sind eine berufsbildende Schule mit einem technischen, informationstechnischen und gestalterischen Profil. Mit uns arbeiten und lernen über 2.200 Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit vielfältigen Lebenserfahrungen, Interessen und Bedürfnissen. Wir bereiten durch unser vielschichtiges und durchlässiges Schulangebot auf die Berufs- und Lebenswelt vor, indem wir gesellschaftliche, technologische und ökologische Entwicklungen aufgreifen und Lernprozesse gestalten, die zu beruflichen und allen schulischen Abschlüssen führen. Im Übrigen arbeiten wir auf sonderpädagogischem und sozialpädagogischem Gebiet ebenso erfolgreich wie bei der Einführung neuer Technologien und der Studienvorbereitung.

Was hat Sie motiviert, der Initiative Klischeefrei beizutreten?

Seit über zehn Jahren kooperieren wir mit inzwischen allen Oberschulen des Landkreises Celle, den Förderschulen und nunmehr auch den Gymnasien mit dem Ziel, jedem jungen Menschen eine qualifizierte berufliche Orientierung zu ermöglichen. Neben dem Absenken der Abbrecherquoten in Berufsausbildung und Studium verzeichneten wir bei unserer Arbeit einen Anstieg von Mädchen und Frauen in MINT Berufen. Diese Tatsache machte uns bewusst, dass wir ja längst eine klischeefreie Berufswahl in vielen Bereichen ermöglichen und so war es nur folgerichtig, der Initiative beizutreten und weiter in diese Richtung zu arbeiten.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Alle Maßnahmen der Berufsorientierung an der Axel-Bruns-Schule, BBSII Celle und damit im Landkreis Celle, haben ein übergeordnetes Ziel: Das Lustmachen auf berufliche Tätigkeiten in einem erweiterten Berufswahlspektrum. Dieses Ziel verfolgen wir besonders über Geschlechterklischees und weitere Klischees des sozialen Umfelds hinweg, indem wir jungen Menschen aller allgemein bildenden Schulen an unserer Schule handlungsorientierte Einblicke in Berufsfelder geben, die sie anderswo in dieser Qualität niemals bekommen würden.

Die BBS 2 Celle erhielt kürzlich die Auszeichnung "Berufliche Bildung - Klischeefrei" für ihre vielschichtigen Projekte, um junge Frauen für technische Berufe zu begeistern und zu qualifizieren. So kooperiert die BBS 2 bereits seit einigen Jahren mit unterschiedlichen Oberschulen der Stadt und des Landkreises, um Jugendlichen schon frühzeitig Einblicke in Berufsfelder der gewerblich-technischen Ausrichtung zu ermöglichen.

Ebenso dienen die Schwerpunkte im beruflichen Gymnasium Technik der BBS 2 dazu, junge Menschen gendergerecht auf Berufsausbildungen und Studium in diesen, nach wie vor männlich dominierten Berufen vorzubereiten. In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und der Stiftung Niedersachsen Metall findet einmal jährlich die Messe „Berufswelt Technik“ an der BBS 2 statt; auch hier gilt es, Jugendliche frühzeitig für technische Berufsfelder zu interessieren.

In einem der jüngsten Projekte begleitete die BBS 2 ein Mädchen-Ingenieur-Akademie-Projekt, das das Hermann-Billung-Gymnasium mit Unterstützung der Stiftung NiedersachsenMetall durchführte.