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Ansehen von Ausbildungsberufen: Studie zeigt deutliche Unterschiede

Junge Menschen mit Ausbilderin und Ausbilder vor einer Schaltwand
© Fotolia

Das Ansehen eines Berufs spielt bei der Berufswahl eine große Rolle. Das zeigt eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Unter den zehn angesehensten Ausbildungsberufen finden sich gleich sieben aus dem MINT-Bereich – mit einem Männeranteil von über 80 Prozent.

Die Studie ist Teil des noch laufenden BIBB-Forschungsprojekts „Berufe in Deutschland: Gesellschaftliche Wahrnehmung und Persönlichkeitseigenschaften“. Das BIBB hat daraus erste Ergebnisse veröffentlicht. Demnach werden einige duale Ausbildungsberufe im Ansehen ähnlich hoch eingeschätzt wie Berufe, für die in der Regel ein Hochschulstudium erforderlich ist. Besonders hoch angesehen sind Ausbildungsberufe aus dem Bereich Technik und Informatik: Fachinformatiker/-in und Mechatroniker/-in, gefolgt von Industriekaufleuten, Kfz-Mechatroniker/-innen und Elektroniker/-innen. Sie werden mit Ausnahme der Industriekaufleute gleichzeitg überwiegend von männlichen Jugendlichen gewählt.

Ein vergleichsweise geringes Ansehen zeigt sich dabei eher für Ausbildungsberufe, die auch hohe Anteile von unbesetzten Ausbildungsstellen aufweisen. Dazu gehören sowohl mehrheitlich von Männern gewählte Berufe (Fachkräfte für Lagerlogistik) als auch überwiegend von Frauen gewählte (Fachverkäufer/-innen im Lebensmittelhandwerk).

Im weiteren Verlauf des Forschungsprojektes soll unter anderem untersucht werden, welche Rolle das Alter, das Geschlecht oder der Bildungsabschluss der Befragten bei der Beurteilung des Ansehens von Berufen spielen. Aber auch Faktoren wie die Höhe des Einkommens, die Arbeitsplatzbelastungen und die Arbeitsplatzsicherheit sowie die Vereinbarkeit des Berufs mit Familie und Privatleben sollen miteinbezogen werden.

Für BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser kommt dem Ansehen von Berufen in der Gesellschaft in mehrfacher Hinsicht eine hohe Relevanz zu. „Das Image von Berufen spielt eine entscheidende Rolle bei der Berufsorientierung und Berufswahl, und es beeinflusst Stellenbesetzungsprozesse am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, da Auszubildende und Erwerbstätige aufgrund ihres Berufes eine mehr oder weniger hohe soziale Anerkennung in der Gesellschaft erfahren.

„Wenn wir in Zukunft mehr Jugendliche vor allem für Berufe mit Besetzungsproblemen gewinnen wollen, müssen wir die Rahmenbedingungen dieser Berufe verbessern.“

(Prof. Friedrich Hubert Esser, Präsident des BIBB)

Hierzu gehören neben guten Übernahmemöglichkeiten nach der Ausbildung in erster Linie sichere Beschäftigungsaussichten, gute Karriereperspektiven und ein angemessenes Einkommen.“

Der Studie liegt eine Befragung von rund 9.000 in Deutschland lebenden Personen ab 15 Jahre zugrunde, die im Zeitraum zwischen Oktober 2017 und Mai 2018 durchgeführt wurde. Darin wurden die Befragten gebeten, für eine Zufallsauswahl unter 402 Berufen auf einer Skala von 0 (sehr gering) bis 10 (sehr hoch) anzugeben, welches Ansehen diese Berufe ihrer Meinung nach in Deutschland haben.