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„Klischees und veralteten Rollenbildern erteilen wir eine klare Abfuhr“

Helene Anders mit Bezirksstadtrat Andy Hehmke (mi.) und FKU-Geschäftsstellenleiter Cedrik Lutz© Zdenka Hruby

Helene Anders ist Fachanwältin für Arbeitsrecht und Vorstandsmitglied des Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmervereins e. V. Der Verein ist seit vielen Jahren mit diversen Projekten am Berufswahlprozess junger Menschen beteiligt.

Frau Anders, könnten Sie Ihren Verein bitte kurz vorstellen?

Der Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein (FKU) ist der Zusammenschluss der Unternehmen und Freiberufler in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, mit dem Ziel, die lokale Wirtschaft zu stärken und das Image des Standorts weiter auszubauen.

Ein Hauptanliegen des Vereins ist es, unseren Mitgliedern ein Forum zum persönlichen Kennenlernen zu bieten. In ca. 40 Netzwerk- und Informationsveranstaltungen im Jahr bieten wir daher die Gelegenheit, sich auszutauschen und neue Geschäfts- und Kooperationspartner zu finden. Mit neuen, kreativen Ideen bewerben wir den regionalen Wirtschaftsstandort und stellen die Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen einer breiten Öffentlichkeit vor.

Wir engagieren uns für unsere Mitglieder: als Sprachrohr suchen wir den Austausch und Dialog mit Politik und Verwaltung, um gemeinsame Ziele zu erreichen und den Wirtschaftsstandort zu stärken. Daher arbeiten wir eng und konstruktiv mit der bezirklichen Wirtschaftsförderung und dem Wirtschaftsstadtrat Andy Hehmke zusammen.

Was hat Sie motiviert, der Initiative Klischeefrei beizutreten?

Mit unseren Projekten, wie beispielsweise aktuell mit „Schule-Betriebe interaktiv“, sind wir bereits seit vielen Jahren am Berufswahlprozess junger Menschen beteiligt. Allerdings mussten wir in unserer bisherigen Projektarbeit häufig feststellen, dass die Berufswahl nach wie vor von Geschlechterstereotypen bestimmt wird. Eigentlich mag man gar nicht glauben, dass so etwas in unserer modernen Gesellschaft noch existiert. Der FKU ist ein moderner Unternehmerverein und wir sind uns darin einig, dass jede Fachkraft dringend gebraucht wird. Darum wollen wir als FKU die Initiative nutzen und ein Zeichen setzen, damit junge Menschen ihre Berufswahl nur gemäß ihrer Talente und Wünsche treffen. Klischees und veralteten Rollenbildern erteilen wir eine klare Abfuhr.

Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Bereits in der Antragstellung für unsere Projekte achten wir auf eine geschlechtsneutrale Sprache. Das setzt sich auch in den Materialien, die wir intern und extern nutzen, fort. Uns ist wichtig, dass auch unsere Projektteams aus Menschen bestehen, die diese Sensibilität leben. Schließlich sind es unsere Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter, die den direkten Kontakt zu Jugendlichen haben und diese bei ihrer Berufswahl unterstützen. Häufig sind es geschlechterspezifische Gründe oder die Meinung der Eltern, die in die beruflichen Überlegungen der Jugendlichen hineinwirken. Unsere Teams haben das nötige Rüstzeug, um das schnell herauszufinden und entsprechend zu reagieren.

Für unsere Mitgliedsunternehmen zählen ohnehin nur Qualifikation und Leistungsbereitschaft der Bewerberinnen und Bewerber – und das soll auch so bleiben.

Welche Erfolge haben Sie bisher mit Ihrer Arbeit erreicht?

In den vergangenen Projekten haben wir junge Mädchen darin unterstützt handwerkliche Berufe zu erlernen und sie auf ihrem Weg begleitet. Auch in dem aktuellen Projekt „Schule-Betriebe interaktiv“ zeichnen sich bereits jetzt Kooperationen ab, die Mädchen und junge Frauen für die Bereiche Tischlerei und Bootsbau gewinnen sollen.

Nicht zu vergessen ist der Girls Day, den wir immer sehr intensiv nutzen, um junge Frauen in so genannte „männerspezifische Berufe“ zu vermitteln. Die Resonanz seitens der Unternehmerschaft war durchgehend positiv. Das Ergebnis waren bisher begeisterte Busfahrinnen oder Gleisbauerinnen.