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Weihnachtsgeld: Gender Pay Gap auch bei Jahressonderzahlung

Weihnachtsbaumkugeln im Design von Euro-Noten
© viperagp | stock.adobe.com

Eine Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) zeigt: 53 Prozent aller Beschäftigten bekommen Weihnachtsgeld. Große Unterschiede bestehen zwischen Unternehmen mit und ohne Tarifbindung, zwischen West und Ost sowie zwischen Männern und Frauen.

Der beste Garant für den Erhalt von Weihnachtsgeld ist der Auswertung zufolge die Tarifbindung des Arbeitgebers. 76 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen mit Tarifbindung erhalten eine Jahressonderzahlung. Ohne Tarifbindung sind es nur 42 Prozent.

Mit der Tarifbindung hängen laut den WSI-Forschern auch die Unterschiede zwischen West und Ost sowie zwischen Männern und Frauen zusammen: Da in Ostdeutschland weniger Betriebe einem Tarifvertrag unterliegen als im Westen, erhalten dort auch weniger Beschäftigte Weihnachtsgeld (56 Prozent im Westen, 41 Prozent im Osten).

Frauen arbeiten zudem häufiger in Branchen wie z. B. dem Einzelhandel, in dem die Tarifbindung in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist. Nur 50 Prozent der Frauen bekommen deshalb eine Sonderzahlung, bei den Männern sind es dagegen 55 Prozent. Zum Unterschied zwischen den Geschlechtern trägt weiterhin bei, dass Frauen öfter in Teilzeit arbeiten als Männer. Denn Teilzeitbeschäftigung führt ebenfalls zu einem geringeren oder gar keinem Weihnachtsgeld. (54 Prozent Vollzeit, 47 Prozent Teilzeit).

Die Auswertung des WSI basiert auf einer Online-Befragung des Internetportals www.lohnspiegel.de mit mehr als 139.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Den Zusammenhang zwischen Tarifbindung und der Auszahlung von Weihnachtsgeld bestätigte auch eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes, derzufolge 87 Prozent der Tarifbeschäftigten einen Anspruch auf eine Sonderzahlung haben.

Quellen:
Pressemitteilung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung vom 13.11.2019
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 04.11.2019