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08.09.2026

MINT oder Sprachen? Studie zeigt Unterschiede bei der Fachbeliebtheit

Welche Schulfächer mögen Jugendliche besonders – und spielt dabei das Geschlecht eine Rolle? Eine aktuelle Studie der Universität Osnabrück zeigt deutliche Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Die Forschenden warnen jedoch vor einfachen Erklärungen.

MINT oder Sprachen? Studie zeigt Unterschiede bei der Fachbeliebtheit

Sport, Kunst und Englisch kommen bei Schülerinnen und Schülern besonders gut an, Chemie und Physik landen dagegen am Ende der Beliebtheitsskala. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Osnabrück. Dafür wurden 5.623 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 13 an 19 weiterführenden Schulen in vier Bundesländern befragt. Insgesamt 17 Schulfächer konnten sie nach dem Schulnotenprinzip von 1 bis 6 bewerten.

Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen

Beim Blick auf das Geschlecht zeigen sich bekannte Muster: Jungen bewerten Informatik, Physik, Mathematik und Sport positiver als Mädchen. Schülerinnen wiederum beurteilen Kunst, Deutsch, Pädagogik und die zweite Fremdsprache besser als ihre männlichen Mitschüler.

Damit zeigen sich auch auf Ebene der Fächergruppen Unterschiede: MINT-Fächer kommen bei Jungen insgesamt besser an, sprachliche Fächer bei Mädchen. Für eine klischeefreie Berufsorientierung sind solche Unterschiede relevant. Denn welche Fächer Jugendliche mögen, in welchen Bereichen sie sich als kompetent erleben und womit sie sich weiter beschäftigen möchten, kann auch spätere Bildungsentscheidungen beeinflussen.

Die Ergebnisse sollten allerdings nicht als Beleg für vermeintlich „typisch weibliche“ oder „typisch männliche“ Interessen verstanden werden. Die Forschenden betonen, dass Fachbeliebtheit von mehreren Faktoren abhängt. Neben individuellen Interessen und dem Kompetenzerleben spielen unter anderem die Jahrgangsstufe, die Bildungsherkunft und konkrete Unterrichtserfahrungen eine Rolle. Das Geschlecht trägt zur Erklärung der Unterschiede bei, ist aber keineswegs der entscheidende Faktor.

Gerade deshalb können die Ergebnisse Anlass sein, genauer hinzuschauen: Erleben Mädchen und Jungen Fächer unterschiedlich? Welche Erwartungen werden ihnen entgegengebracht? Und wie können Schulen dazu beitragen, dass junge Menschen Interessen und Fähigkeiten möglichst unabhängig von Geschlechterzuschreibungen entwickeln können?

Interesse an vielen Fächern nimmt im Laufe der Schulzeit ab

Die Studie zeigt zudem, dass fast alle Schulfächer während der Sekundarstufe I an Beliebtheit verlieren. Besonders deutlich ist das bei Chemie und Physik. Im gesamten MINT-Bereich verschlechtert sich die durchschnittliche Bewertung zwischen der fünften und zehnten Jahrgangsstufe von 2,66 auf 3,00.

Über alle Befragten hinweg ist Sport mit einer Durchschnittsnote von 1,93 das beliebteste Fach, gefolgt von Kunst mit 2,19 und Englisch mit 2,45. Mathematik polarisiert besonders: 9,3 Prozent nennen es als Lieblingsfach, gleichzeitig ist es mit 20 Prozent der Nennungen mit Abstand das am häufigsten genannte unbeliebteste Fach.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass die Untersuchung nicht bundesweit repräsentativ ist. Sie bietet mit ihrer großen und bundesländerübergreifenden Stichprobe aber einen aktuellen Einblick in die Fachpräferenzen von Schülerinnen und Schülern.