14.10.2026
MY TURN: Barrieren auf dem Weg in Ausbildung und Arbeit abbauen
Fehlende Kinderbetreuung, schwierige Anerkennungsverfahren und Diskriminierung können zugewanderten Frauen den beruflichen Einstieg erschweren. Wie Beratung sie unterstützen kann, war Thema einer Fachtagung des Bundesprogramms MY TURN in Berlin.
Frauen mit Migrationserfahrung bringen unterschiedliche berufliche Kompetenzen, Erfahrungen und Wünsche mit. Ihre Möglichkeiten, eine Ausbildung aufzunehmen oder eine Beschäftigung zu finden, werden jedoch auch durch strukturelle Barrieren begrenzt. Bei der MY TURN-Programmveranstaltung am 28. und 29. September 2026 tauschten sich Fachleute aus Projektpraxis, Arbeitsverwaltung und Wissenschaft darüber aus, wie diese Hürden abgebaut werden können.
Im Mittelpunkt standen Erfahrungen mit der Beratung und Begleitung von Frauen auf ihrem Weg in Qualifizierung, Arbeit oder Teilzeitausbildung. Der wissenschaftliche Impuls von Prof. Dr. Magdalena Nowicka vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung verdeutlichte, wie unterschiedlich die Voraussetzungen der Teilnehmerinnen sind. Fehlende Kinderbetreuung, langwierige Anerkennungsverfahren und Mehrfachdiskriminierung können den beruflichen Einstieg erschweren.
Ein Fachforum widmete sich dem Umgang mit Diskriminierung in der Beratung. Dabei ging es besonders um die Überschneidung rassistischer und geschlechtsspezifischer Benachteiligungen beim Zugang zu Arbeit. Fachleute des Antidiskriminierungsverbands Deutschland erläuterten anhand eines Praxisbeispiels, wie Beratende auf solche Erfahrungen reagieren können. Auch die Grenzen der eigenen Zuständigkeit und die Weitervermittlung an geeignete Unterstützungsstellen wurden besprochen.
Für die klischeefreie berufliche Orientierung lenkt der Austausch den Blick auf die Bedingungen, unter denen berufliche Entscheidungen getroffen werden: Individuelle Stärken und Interessen können dann zum Tragen kommen, wenn Beratung auch geschlechtsbezogene Barrieren berücksichtigt.
Das ESF Plus-Bundesprogramm „MY TURN – Frauen mit Migrationserfahrung starten durch“ richtet sich an formal geringqualifizierte Frauen mit eigener Migrationserfahrung. Es wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Europäischen Union gefördert.