05.10.2026
Nachhaltigkeit als Türöffner für mehr Frauen in MINT
Nachhaltigkeit kann MINT-Studiengänge für mehr junge Frauen attraktiv machen. Eine neue Handreichung zeigt, welches Potenzial GreenMINT-Angebote für eine geschlechtergerechtere Studienorientierung haben.
Technik, Naturwissenschaften und Nachhaltigkeit gehören zunehmend zusammen. Das kann auch Einfluss darauf haben, wer sich von einem Studiengang angesprochen fühlt. Eine neue Handreichung aus dem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Forschungsverbund GenderFUTURE zeigt: Studiengänge, die MINT-Fächer mit Nachhaltigkeit, Klimaschutz oder sozial-ökologischer Transformation verbinden, erreichen überdurchschnittlich viele Frauen und weitere Gruppen, die in klassischen MINT-Fächern bislang unterrepräsentiert sind.
GreenMINT erweitert Zugänge
Unter dem Titel „Greening MINT – Nachhaltigkeit als Türöffner für Frauen“ fasst die Handreichung zentrale Ergebnisse des Forschungsverbunds zusammen. Im Mittelpunkt stehen sogenannte GreenMINT-Studiengänge. Sie verbinden beispielsweise technische oder naturwissenschaftliche Inhalte mit Fragen des Klimaschutzes und der nachhaltigen Entwicklung.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine solche Verbindung neue Zugänge zu MINT schaffen kann. GreenMINT-Studiengänge ziehen demnach überdurchschnittlich viele Frauen sowie weitere bislang unterrepräsentierte Gruppen an. Dazu zählen beispielsweise Studierende aus nicht technikorientierten Elternhäusern, Studierende der ersten Generation oder Studierende mit Migrationsgeschichte.
Für die Berufs- und Studienorientierung ist dieser Befund besonders interessant. Denn die Entscheidung für oder gegen ein Studienfach hängt nicht allein von Fähigkeiten ab. Auch Vorstellungen darüber, wofür ein Fach steht, welche gesellschaftlichen Fragen damit verbunden sind und wer dort vermeintlich „hineinpasst“, können eine Rolle spielen.
Neue Bilder von MINT schaffen
Genau hier setzt eine klischeefreie Berufs- und Studienorientierung an: Junge Menschen sollten die Möglichkeit haben, ihre Stärken und Interessen möglichst unabhängig von Geschlechterklischees zu entdecken.
Wenn MINT nicht ausschließlich mit Technik, Maschinen oder abstrakten Zahlen verbunden wird, sondern beispielsweise auch mit Klimaschutz, Gesundheit oder gesellschaftlicher Transformation, können sich andere Zugänge eröffnen. Das bedeutet nicht, MINT künstlich „attraktiver für Frauen“ machen zu müssen. Vielmehr geht es darum, die tatsächliche Vielfalt technischer und naturwissenschaftlicher Tätigkeiten sichtbar zu machen.
Die Handreichung macht zugleich deutlich: Ein neues Studienangebot allein reicht nicht aus. GreenMINT-Studiengänge bleiben häufig in Fachkulturen eingebettet, die weiterhin männlich geprägt sind. Ihr Potenzial könne sich deshalb erst dann vollständig entfalten, wenn auch Studienbedingungen und Hochschulstrukturen inklusiver gestaltet werden.
Damit liefert die Untersuchung einen wichtigen Impuls für eine klischeefreie Studienorientierung: Nicht nur junge Menschen müssen ihren Blick auf mögliche Bildungs- und Berufswege erweitern. Auch Bildungsinstitutionen können dazu beitragen, dass sich mehr Menschen in diesen Angeboten wiederfinden.
Quelle: CEWS/journal 2026|03; Handreichung „Greening MINT – Nachhaltigkeit als Türöffner für Frauen“, Forschungsverbund GenderFUTURE. CEWSjournal2026-03