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03.09.2026

Nebenjobs können den Berufseinstieg erleichtern – Erfahrungen bei Schülerinnen und Schülern ungleich verteilt

Wer bereits während der Schulzeit arbeitet, findet nach dem Schulabschluss offenbar schneller den Weg in Ausbildung oder Studium. Eine Auswertung des Deutschen Jugendinstituts zeigt zugleich: Nicht alle Jugendlichen sammeln gleichermaßen früh Erfahrungen in der Arbeitswelt. Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede.

Nebenjobs können den Berufseinstieg erleichtern – Erfahrungen bei Schülerinnen und Schülern ungleich verteilt

Erste Erfahrungen in der Arbeitswelt können für Jugendliche mehr sein als eine Gelegenheit, Geld zu verdienen. Wer bereits während der Schulzeit einem Nebenjob nachgeht, kann eigene Fähigkeiten erproben, Einblicke in betriebliche Abläufe gewinnen und Vorstellungen von der beruflichen Zukunft überprüfen.

Eine aktuelle Auswertung des DJI-Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A) zeigt zudem einen Zusammenhang mit dem späteren Übergang: Jugendliche mit Nebenerwerbserfahrung beginnen nach der Schule schneller eine Ausbildung oder ein Studium als Gleichaltrige ohne entsprechende Erfahrungen. Das berichten die DJI-Forschenden Christine Steiner und Stefan Hofherr in der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „DJI Impulse“.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Allerdings sind solche Erfahrungen unter Schülerinnen und Schülern ungleich verteilt. Das zeigen die der Untersuchung zugrunde liegenden AID:A-Daten aus dem Jahr 2019. 19,9 Prozent der Schülerinnen hatten bereits Erfahrungen mit einem Nebenerwerb gesammelt, bei den männlichen Schülern waren es 15,5 Prozent. Der Unterschied beträgt damit 4,4 Prozentpunkte. Die Daten zeigen jedoch nicht, welche Tätigkeiten die Jugendlichen dabei ausübten und ob sich auch bei der Art der Nebenjobs geschlechtsspezifische Unterschiede ergeben.

Sozioökonomischer Status und Migrationshintergrund ebenfalls relevant

Auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Von den Schülerinnen und Schülern an Gymnasien hatten 23,5 Prozent bereits nebenbei gearbeitet, an anderen Schulformen waren es 12,9 Prozent. Bei Jugendlichen aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status lag der Anteil bei 13,0 Prozent, bei mittlerem Status bei 21,7 Prozent und bei hohem Status bei 18,4 Prozent. Schülerinnen und Schüler mit eigenem oder familiärem Migrationshintergrund verfügten mit 14,7 Prozent ebenfalls seltener über entsprechende Erfahrungen als Jugendliche ohne Migrationshintergrund mit 19,6 Prozent. Die DJI-Forschenden weisen daher darauf hin, dass frühe Arbeitserfahrungen nicht allen jungen Menschen gleichermaßen offenstehen.

Praktika machen selbstbewusster und zuversichtlicher

Ein Nebenjob führt allerdings nicht automatisch zu einem klareren Berufswunsch. Die Auswertungen deuten vielmehr darauf hin, dass praktische Arbeitserfahrungen vor allem dazu beitragen können, die eigenen Möglichkeiten besser einzuschätzen und zuversichtlicher auf die berufliche Zukunft zu blicken. Das DJI plädiert deshalb dafür, Zugangsbarrieren abzubauen und insbesondere Jugendlichen, die bislang seltener solche Erfahrungen sammeln, mehr Möglichkeiten für praktische Einblicke in die Arbeitswelt zu eröffnen.

Für eine klischeefreie Berufsorientierung kommt es dabei nicht nur darauf an, ob Jugendliche praktische Erfahrungen sammeln, sondern auch darauf, welche Arbeits- und Berufsfelder ihnen offenstehen. Mädchen und Jungen sollten die Möglichkeit haben, unterschiedliche Tätigkeiten kennenzulernen und eigene Stärken zu erproben – unabhängig davon, ob ein Beruf traditionell eher Frauen oder Männern zugeschrieben wird.