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26.05.2026 | Václav Demling

Relativ häufig gewählte Berufe bei Frauen und Männern

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) veröffentlicht jährlich die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge. In Ranglisten stehen zwei Berufe ganz oben: bei Männern der Kraftfahrzeugmechatroniker, bei Frauen die Medizinische Fachangestellte. Doch was sind die beliebtesten Ausbildungsberufe?

Relativ häufig gewählte Berufe bei Frauen und Männern
Mediengestalterin Digital und Print bei der Arbeit

Jahr für Jahr teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Girls’Day und Boys’Day basierend auf Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) mit, was der häufigste Ausbildungsberuf bei Frauen und was der meistgewählte Ausbildungsberuf bei Männern ist. Dabei rangieren seit Jahren die Berufe „Medizinische/-r Fachangestellte/-r“ sowie „Kraftfahrzeugmechatroniker/-in“ ganz oben.

Nachfrage in Relation zum Angebot

Lässt sich daraus schließen, dass diese Ausbildungsberufe besonders beliebt sind? Nicht unbedingt. Dafür muss man sich die Frage stellen: Welche Ausbildungsberufe sind im Verhältnis zum Angebot besonders stark nachgefragt? Und dafür muss man tiefer in die Statistiken steigen.
 

Zur Methode

Als Berechnungsgrundlage dienten die Tabellen 59 und 53 des BIBB, die neu abgeschlossene Ausbildungsverträge thematisieren. Für die Auswertung wurden das Angebot und die erweiterte Nachfrage ins Verhältnis gesetzt. Daraus ergibt sich die Kennzahl „Nachfrage je 100 Angebote“. Sie zeigt, in welchen Ausbildungsberufen die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt. Einschränkung: Es müssen mindestens 500 angebotene Ausbildungsplätze vorliegen. Seltene Ausbildungsberufe sind demnach nicht inkludiert.

Ganz vorne: Mediengestalter/-in Bild und Ton

Auf Platz 1 liegt der/die „Mediengestalter/-in Bild und Ton“. Hier kamen 2025 rechnerisch rund 203 Nachfragende auf 100 angebotene Plätze. Den zweiten Platz nimmt ein verwandter Beruf ein, nämlich „Mediengestalter/-in Digital und Print“. Statistisch bewerben sich 163 Nachfragende auf 100 angebotene Plätze. Auf Rang 3 liegt der/die „Tierpfleger/-in“ mit 162 Nachfragenden je 100 Ausbildungsstellen.

Berufe mit mehr Angebot als Nachfrage sind Klempner/-in (64 Nachfragende auf 100 angebotene Plätze), Beton- und Stahlbetonbauer/-in (67) und Fleischer/-in (72).

Relativ häufig gewählte Berufe bei Frauen und Männern – im Verhältnis zum Gesamtangebot

Und wie sieht es nun unterteilt nach Frauen und Männern aus? Eine echte geschlechtsspezifische Nachfragequote lässt sich aus den Tabellen nicht berechnen. Man kann aber nachvollziehen, wie viele weibliche bzw. männliche Neuabschlüsse auf 100 angebotene Plätze insgesamt kommen.

Auf den ersten drei Plätzen landen: „Tiermedizinische/-r Fachangestellte/-r“ (90 weibliche Neuabschlüsse auf 100), „Medizinische/-r Fachangestellte/-r“ (87) und „Florist/-in“ (87). Diese Berufe sind in Deutschland insgesamt weiblich dominiert.

Die relativ „beliebtesten“ Berufe bei Männern sind „IT-System-Elektroniker/-in“ (96 männliche Neuabschlüsse auf 100), „Straßenwärter/-in“ (91) und „Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ (91). In diesen Berufen ist in Deutschland der Männeranteil sehr hoch.

Beantwortet diese Auswertung die Frage nach den beliebtesten Ausbildungsberufen? Streng genommen nicht. Auch diese Zahlen können keinen Erstwunsch oder ein oder Präferenzranking junger Menschen abbilden. Gleichwohl zeigt diese Auswertung, wie hoch die registrierte Ausbildungsplatznachfrage im Verhältnis zum registrierten Angebot ist. Und damit bildet sie Beliebtheit etwas besser ab als die absoluten Zahlen der neu geschlossenen Ausbildungsverträge.