07.08.2026
„Kompetenzen und Interessen sollten den Berufsweg bestimmen – nicht Klischees“
Der VbFF (Verein zur beruflichen Förderung von Frauen) ist seit 1978 die zentrale Anlaufstelle für berufliche Beratung, Qualifizierung und berufliche Teilhabe von Frauen und Mädchen in Frankfurt am Main. Geschäftsführerin Ute Latzel erklärt, warum das Thema klischeefreie Berufswahl für den VbFF von besonderer Relevanz ist.
Der VbFF ist seit 1978 die zentrale Anlaufstelle für berufliche Beratung, Qualifizierung und berufliche Teilhabe von Frauen und Mädchen in Frankfurt am Main. Als älteste Einrichtung dieser Art in Hessen begleiten wir Frauen von der beruflichen Orientierung über Qualifizierungsangebote bis hin zum (Wieder-)Einstieg in Ausbildung und Beruf. Unser Ziel ist es, Frauen zu stärken und ihnen nachhaltige berufliche Perspektiven zu eröffnen.
Deshalb sind wir der Initiative Klischeefrei beigetreten. In unserer Arbeit erleben wir immer wieder, wie stark Geschlechterstereotype die Berufswahl beeinflussen. Viele Frauen orientieren sich zunächst an klassischen Frauenberufen, obwohl ihre Fähigkeiten, Interessen und Potenziale oft ein viel breiteres Spektrum eröffnen.
Das Thema ist für unsere Organisation besonders wichtig, weil berufliche Chancen und wirtschaftliche Unabhängigkeit eng zusammenhängen. Noch immer sind viele Berufe mit hohem Frauenanteil schlechter bezahlt und bieten häufig geringere Aufstiegsmöglichkeiten. Wir möchten Frauen ermutigen, ihre beruflichen Entscheidungen an ihren Kompetenzen und Interessen auszurichten und auch Berufsfelder in den Blick zu nehmen, in denen Frauen bislang unterrepräsentiert sind. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass vielfältig besetzte Berufe und Branchen unsere Gesellschaft stärken, weil unterschiedliche Perspektiven zu besseren Lösungen und mehr Chancengerechtigkeit beitragen.
Bereits heute setzen wir auf eine stärken- und kompetenzorientierte Berufsorientierung. In unseren Beratungen, Coachings und Qualifizierungsangeboten unterstützen wir Frauen dabei, ihre Talente zu entdecken und neue berufliche Wege zu erschließen. Durch die Mitgliedschaft in der Initiative Klischeefrei möchten wir diesen Ansatz weiter stärken und dazu beitragen, dass berufliche Entscheidungen zunehmend unabhängig von Geschlechterklischees getroffen werden.