Gleichberechtigung geht nur gemeinsam
Gleichberechtigung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen. Wo sie fehlt, entgeht Unternehmen viel Potenzial. Das haben bereits viele erkannt. Daher engagieren sich viele als Partnerorganisation der Initiative Klischeefrei, um Bedingungen für mehr Chancengleichheit zu schaffen – etwa durch die Entwicklung einer entsprechenden Unternehmenskultur oder mit eigenen Angeboten. Dazu gehören auch mehr Angebote für Männer und eine strukturelle Organisationsentwicklung auf Seiten der Arbeitgeber. Das zahlt sich am Ende ebenfalls für Frauen aus, denn noch immer lastet die meiste Care-Arbeit auf ihren Schultern und hindert sie daran, beruflich oder politisch so aktiv zu sein, wie es für Männer selbstverständlich ist.
E-Learning-Kurs für Unternehmen: Der Klischeefrei-Navigator
Ein konkretes Unterstützungsangebot der Servicestelle ist dabei der Klischeefrei-Navigator, ein kostenfreier E-Learning-Kurs für Unternehmen und Organisationen. Er zeigt praxisnah, wie klischeefreies Handeln messbar und mit direkt anwendbaren Tools im Arbeitsalltag verankert werden kann – zum Beispiel in Recruiting und Onboarding, Führung und Kultur, Marketing und Vertrieb, Produktion und Einkauf.
Die Rolle der Berufs- und Studienwahl
Die Berufsbildungsforschung zeigt: Jugendliche schließen viele Berufsmöglichkeiten per se für sich aus, weil sie denken, der Beruf passe nicht zu ihrem Geschlecht. So gehen junge Frauen und Männer oft unterschiedliche Wege. Eine Folge: Frauen und Männer gestalten unsere Gesellschaft nicht gemeinsam.
Aktuell revolutioniert Künstliche Intelligenz die (Arbeits-)Welt – und nur wenige Frauen sind an der Entwicklung dieser Technologie beteiligt. Ein Grund, dringend junge Frauen für den IT-Bereich zu gewinnen. Eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees ist dafür ein wichtiger Schlüssel: Sie ermöglicht jungen Menschen, ihre Potenziale unabhängig vom Geschlecht zu entfalten, und kann dazu beitragen, dass Kinder schon früh erfahren, dass Berufe kein Geschlecht haben – dass sie alles werden können.
Initiative Klischeefrei ist prioritäres Vorhaben der Hightech Agenda Deutschland
Die Bundesregierung hat mit der Hightech Agenda Deutschland das Ziel formuliert, aus einem möglichst breiten Talentpool zu schöpfen. In diesem Zusammenhang wird die Initiative Klischeefrei als prioritäres Vorhaben zur Fachkräftegewinnung genannt und soll weiterentwickelt werden – unter anderem, um mehr Mädchen und junge Frauen für technische, insbesondere IT-Berufe zu gewinnen.
Ein Technologiestandort wie Deutschland kann es sich nicht leisten, auf weibliche Talente aufgrund von Geschlechterklischees zu verzichten.
Früh ansetzen für eine stärkenorientierte Berufswahl
Das Netzwerk von Partnerorganisationen aus allen Bereichen der Gesellschaft ist zentraler Bestandteil der Initiative Klischeefrei. Ihr Ziel ist es, die (Arbeits-)Welt klischeefreier zu gestalten, damit die Interessen von Frauen und Männern gleichermaßen berücksichtigt werden. Dafür setzt die Initiative früh an: Sie will Kindern und Jugendlichen von Anfang an eine klischeefreie Bildung und später eine an persönlichen Interessen und Stärken orientierte Berufs- und Studienwahl ermöglichen.
Die Initiative Klischeefrei hat mittlerweile über 730 Partnerorganisationen – von der Kita über Handwerksbetriebe bis hin zu Hochschulen und Unternehmen. Ihr Ziel: Geschlechterklischees aufbrechen, Vielfalt fördern und so gezielt zur Fachkräftesicherung beitragen.