BP:
 

06.03.2026

Elke Bündenbender: „Chancengerechte Berufsorientierung ist kein 'nice to have'"

Internationaler Frauentag: Schirmherrin der Initiative Klischeefrei ermutigt Mädchen und Frauen Zukunftsberufe zu wählen

Am 8. März 2026 ist Internationaler Frauentag. Weltweit demonstrieren Frauen für mehr Rechte und machen Lücken bei der Gleichberechtigung sichtbar. Frauen sind noch immer unterrepräsentiert – in Führung, Parlamenten, Zukunftsberufen. Was tun – und welche Rolle spielt die Berufswahl?

Elke Bündenbender: „Chancengerechte Berufsorientierung ist kein 'nice to have'"
Elke Büdenbender
Schirmherrin der Initiative Klischeefrei

Wo Frauen fehlen, geraten ihre Interessen weiter in den Hintergrund – in der Politik wie in der Wirtschaft. Wenn Gleichberechtigung stagniert oder gar rückläufig wird, hat das nicht nur negative Folgen für Frauen selbst, sondern für alle – auch für die Wirtschaft.

Chancengerechte Berufsorientierung ist kein 'nice to have', sondern eine Voraussetzung für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Gerade in MINT-Berufen brauchen wir mehr weibliche Perspektiven – nicht irgendwann, sondern jetzt.

Als Schirmherrin der Initiative Klischeefrei setze ich mich dafür ein, Barrieren in der Arbeitswelt abzubauen, Rollenbilder zu hinterfragen und Mädchen wie Frauen zu ermutigen, ihren Weg in Zukunftsbranchen selbstbewusst zu gehen."

Elke Büdenbender | Schirmherrin der Initiative Klischeefrei

Gleichberechtigung geht nur gemeinsam

Gleichberechtigung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen. Wo sie fehlt, entgeht Unternehmen viel Potenzial. Das haben bereits viele erkannt. Daher engagieren sich viele als Partnerorganisation der Initiative Klischeefrei, um Bedingungen für mehr Chancengleichheit zu schaffen – etwa durch die Entwicklung einer entsprechenden Unternehmenskultur oder mit eigenen Angeboten. Dazu gehören auch mehr Angebote für Männer und eine strukturelle Organisationsentwicklung auf Seiten der Arbeitgeber. Das zahlt sich am Ende ebenfalls für Frauen aus, denn noch immer lastet die meiste Care-Arbeit auf ihren Schultern und hindert sie daran, beruflich oder politisch so aktiv zu sein, wie es für Männer selbstverständlich ist.

E-Learning-Kurs für Unternehmen: Der Klischeefrei-Navigator

Ein konkretes Unterstützungsangebot der Servicestelle ist dabei der Klischeefrei-Navigator, ein kostenfreier E-Learning-Kurs für Unternehmen und Organisationen. Er zeigt praxisnah, wie klischeefreies Handeln messbar und mit direkt anwendbaren Tools im Arbeitsalltag verankert werden kann – zum Beispiel in Recruiting und Onboarding, Führung und Kultur, Marketing und Vertrieb, Produktion und Einkauf.

Die Rolle der Berufs- und Studienwahl

Die Berufsbildungsforschung zeigt: Jugendliche schließen viele Berufsmöglichkeiten per se für sich aus, weil sie denken, der Beruf passe nicht zu ihrem Geschlecht. So gehen junge Frauen und Männer oft unterschiedliche Wege. Eine Folge: Frauen und Männer gestalten unsere Gesellschaft nicht gemeinsam.

Aktuell revolutioniert Künstliche Intelligenz die (Arbeits-)Welt – und nur wenige Frauen sind an der Entwicklung dieser Technologie beteiligt. Ein Grund, dringend junge Frauen für den IT-Bereich zu gewinnen. Eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees ist dafür ein wichtiger Schlüssel: Sie ermöglicht jungen Menschen, ihre Potenziale unabhängig vom Geschlecht zu entfalten, und kann dazu beitragen, dass Kinder schon früh erfahren, dass Berufe kein Geschlecht haben – dass sie alles werden können.

Initiative Klischeefrei ist prioritäres Vorhaben der Hightech Agenda Deutschland

Die Bundesregierung hat mit der Hightech Agenda Deutschland das Ziel formuliert, aus einem möglichst breiten Talentpool zu schöpfen. In diesem Zusammenhang wird die Initiative Klischeefrei als prioritäres Vorhaben zur Fachkräftegewinnung genannt und soll weiterentwickelt werden – unter anderem, um mehr Mädchen und junge Frauen für technische, insbesondere IT-Berufe zu gewinnen.

Ein Technologiestandort wie Deutschland kann es sich nicht leisten, auf weibliche Talente aufgrund von Geschlechterklischees zu verzichten.

Früh ansetzen für eine stärkenorientierte Berufswahl

Das Netzwerk von Partnerorganisationen aus allen Bereichen der Gesellschaft ist zentraler Bestandteil der Initiative Klischeefrei. Ihr Ziel ist es, die (Arbeits-)Welt klischeefreier zu gestalten, damit die Interessen von Frauen und Männern gleichermaßen berücksichtigt werden. Dafür setzt die Initiative früh an: Sie will Kindern und Jugendlichen von Anfang an eine klischeefreie Bildung und später eine an persönlichen Interessen und Stärken orientierte Berufs- und Studienwahl ermöglichen.

Die Initiative Klischeefrei hat mittlerweile über 730 Partnerorganisationen – von der Kita über Handwerksbetriebe bis hin zu Hochschulen und Unternehmen. Ihr Ziel: Geschlechterklischees aufbrechen, Vielfalt fördern und so gezielt zur Fachkräftesicherung beitragen.