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26.02.2026

Equal Pay Day 2026: Der Pay Gap startet bei der Berufswahl

Der Equal Pay Day fällt in diesem Jahr auf den 27. Februar, früher als in den vergangenen Jahren. Das bedeutet: Die Entgeldlücke, die der Tag symbolisiert, verkleinerte sich. Doch der sogenannte bereinigte Gender Pay Gap liegt unverändert bei 6 Prozent. Welche Rolle spielt die Berufswahl?

Equal Pay Day 2026: Der Pay Gap startet bei der Berufswahl

Der Gender Pay Gap sinkt – aber nicht überall

Der Verdienstunterschied ist in den letzten Jahren gesunken, von 22 Prozent 2014 auf 16 Prozent 2024. Das klingt gut. Wenig verändert hat sich jedoch der sogenannte bereinigte Brutto-Stundenverdienst. Er bleibt unverändert bei 6 Prozent. Für ihn werden die Faktoren herausgerechnet, die für Unterschiede in den Gehältern und Löhnen sorgen: Berufe, Branchen, Beschäftigungsumfang und Karrierelevel.

„Equal pay every day“: Wie die Lohnlücke im Lebensverlauf wächst

Der Aktionstag steht 2026 unter dem Motto „equal pay every day“. Die Kampagne legt den Fokus darauf, wie die Lohnlücke im Lebensverlauf entsteht und weiterwächst. Der Ursprung, das haben zahlreiche Studien und berufswahltheoretische Ansätze nachgewiesen, liegt in den Geschlechterklischees, die schon Kinder verinnerlichen und die sich auf die wichtigen Lebensentscheidungen auswirken: Die Berufswahl, die Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit nach der Geburt von Kindern, Karrierewege, Beschäftigungsumfang.

Frauen und Männer wählen weiterhin unterschiedliche Berufe

Frauen und Männer entscheiden sich nach wie vor für unterschiedliche Berufe und Branchen: Frauen zieht es eher in den Bereich Gesundheit-Erziehung-Bildung und in (körpernahe) Dienstleistungsberufe. Männer entscheiden sich eher für Berufe aus Produktion, Technik oder Handwerk, in denen die Verdienst- und Aufstiegsaussichten häufiger besser sind.

Wenn ein Beruf „weiblicher“ wird, sinkt oft das Gehaltsniveau

Der Aktionstag möchte auch darauf aufmerksam machen, wie viel weniger weiblich konnotierte Berufe und Tätigkeiten wertgeschätzt werden im Vergleich zu männlich konnotierten Berufen. Wird ein Beruf nach und nach mehr von Frauen als von Männern ausgeübt, sinkt sogar das Gehaltsniveau.

Teilzeit: Ermöglicher – und Risiko zugleich

Hinzu kommt: Knapp 50 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit. Bei den Müttern mit Kindern unter 18 sind es sogar 68 Prozent. Für Männer ist Teilzeit eher kein Thema, wie die Zahlen zeigen: 12 Prozent aller Männer und 8 Prozent der Väter von unter-18-jährigen Kindern haben ihre Arbeitszeit reduziert.

Einerseits begünstigt es dieses Modell, dass Frauen überhaupt erwerbstätig sind und trägt zur hohen Frauenerwerbsquote in Deutschland bei. Andererseits wird das Teilzeitmodell für viele Mütter zu einer Falle, aus der sie nur schwer wieder herauskommen. Während sich Männer im Beruf weiterentwickeln, Verdienstzuwächse oder Karrierestufen erreichen, bremst Teilzeit das berufliche Fortkommen aus. Die unbezahlte Arbeit zu Hause, die vor allem von Frauen erledigt wird, lässt außerdem weniger Zeit für Karriereplanung und Weiterentwicklung.

Das alles führt zu weiteren Gaps, wie dem Lifetime Earnings Gap, dem Gender Pension Gap und dem Gender Care Cap, meist sind Frauen die Benachteiligten.

Warum Entgeltgleichheit zentral ist

Entgeltgleichheit bedeutet echte Gleichberechtigung. Frauen erlangen durch sie wirtschaftliche Unabhängigkeit und die Freiheit, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten. „Ohne ökonomische Unabhängigkeit bleibt Gleichstellung eine Illusion. Deshalb muss equal pay Grundvoraussetzung für ein demokratisches und wirtschaftlich stabiles Land sein“, sagen Heike Fiestas Cueto und Katharina Lages-Willner, Co-Präsidentinnen von BPW Germany e.V., der die Equal Pay Day Kampagne initiiert.

Weitere Informationen

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Vorträge von Prof. Lena Hipp, PhD und Prof. Dr. Katharina Wrohlich auf der 5. Fachtagung der Initiative Klischeefrei 5. Fachtagung: „Klischees, Berufe und Kulturen – was wir voneinander lernen können“ – Dokumentation | Klischeefreie Berufs- und Studienwahl