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24.08.2026

Frauen erwerben häufiger einen höheren Schulabschluss

Je höher der Schulabschluss, desto höher der Frauenanteil. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2024. Abitur legten zu 55 Prozent Frauen ab, den Ersten Schulabschluss erwarben dagegen zu 59 Prozent Männer. Trotzdem machen Männer häufiger Karriere als Frauen und verfügen im Schnitt über ein höheres Lebenserwerbseinkommen.

Frauen erwerben häufiger einen höheren Schulabschluss

Mädchen sind in der Schule erfolgreicher als Jungen. Das zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes, die die Schulabschlüsse des Jahrgangs 2024 ausgewertet haben. Auch die Abschlussquoten von Frauen an Hochschulen liegen über denen der Männer, außerdem schließen Frauen ihr Bachelorstudium häufiger erfolgreich innerhalb von acht Semestern ab. 

Unter den jungen Menschen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, ist dagegen der Männeranteil höher. Männer haben außerdem eher als Frauen keine Ausbildung. 

Frauen haben Männer bei Bildungsabschlüssen überholt

Ein Blick auf die Geschichte zeigt: Bereits seit dem Ende der 1970er Jahre ändern sich die Geschlechterverhältnisse beim Abitur zugunsten der Mädchen. Seitdem erlangen nicht nur immer mehr junge Menschen eines Jahrgangs einen höheren Bildungsabschluss. Auch der Frauenanteil ist seit 1977 gegenüber dem Männeranteil kontinuierlich gestiegen. Damals machten gut 15 Prozent des Jahrgangs Abitur, zu fast gleichen Teilen Männer und Frauen. 2024 waren es 31,7 Prozent mit 55 Prozent Abiturientinnen.

Wachsende Lücke zwischen den Geschlechtern

Die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern ist in den letzten zehn Jahren gewachsen. Ein Grund für diese Entwicklung ist der gestiegene Anteil von Ausländern in dieser Altersgruppe, wobei innerhalb der Gruppe Zugwanderten Frauen ebenfalls schulisch erfolgreicher sind: 34 Prozent der ausländischen jungen Männer aber nur 26 Prozent der zugewanderten jungen Frauen hatten 2024 keine abgeschlossene Berufsausbildung, maximal einen Ersten oder Mittleren Schulabschluss und befanden sich nicht in Aus- oder Weiterbildung.

Gemessen an diesen Zahlen sollten Frauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft häufiger in Führungs- oder exponierten Positionen erscheinen. Aber: Nach wie vor sind Männer in Karrierepositionen überrepräsentiert. Am Ende ihres Arbeitslebens verfügen Sie im Schnitt über ein höheres Lebenserwerbseinkommen und auch über eine höhere Altersrente als Frauen.

Berufswahl zählt

Für die unterschiedlichen Karriereverläufe spielen neben anderen Gründen (z.B. Teilzeitarbeit) auch Berufswahlentscheidungen eine Rolle. Frauen wählen häufiger Berufe und Studiengänge mit weniger Prestige, Einkommen und Aufstiegschancen aus dem Bereich Soziales, Bildung und Gesundheit. Dass diese Berufsfelder trotz ihrer gesellschaftlichen Relevanz als weniger prestigeträchtig gelten, liegt in historisch gewachsenen geschlechtsbezogenen Bewertungen von Tätigkeiten in der Gesellschaft begründet. Weiblich konnotierte Tätigkeiten, zum Beispiel in der Pflege oder in sozialen Berufen, erfahren häufig weniger Wertschätzung bzw. werden weniger gut entlohnt als männlich konnotierte Tätigkeiten, z. B. in technischen Berufen oder im Management.

Gute Schulabschlüsse führen also nicht automatisch zu erfolgreichen Karrieren. Der Abbau von Geschlechterklischees und ihren vielfältigen Auswirkungen auf die Berufswahl, die Bewertung von Berufen und Tätigkeiten und auf die Strukturen der Arbeitswelt wären dafür notwendig.