Pflegeberufe – jetzt auch in der Hochschulbildung fest verankert
Neben berufsbegleitenden bzw. ausbildungsintegrierenden Studiengängen wurden Anfang der 2000er Jahre im Rahmen von Modellversuchen auch primärqualifizierende Studiengänge im Bereich der Pflege eingeführt. Während die erstgenannten Studienmodelle auf einer Kooperation mit Berufsfachschulen basieren, liegt bei primärqualifizierenden Studiengängen, also der vollständigen hochschulischen Erstausbildung, die Gesamtverantwortung inklusive praktischer Anteile ausschließlich bei den Hochschulen. Solche primärqualifizierenden Studiengänge sind nun fest mit dem Bachelor-Abschluss (B.Sc.) „Pflegefachmann“ bzw. „Pflegefachfrau“ im Pflegeberufegesetz verankert.
Ein wichtiger Grund für den angestrebten Ausbau der hochschulischen Ausbildung ist, dass Pflegeaufgaben immer komplexer werden und ein Teil der Pflegefachpersonen zusätzlich zu den pflegerischen Kompetenzen auch über akademische Qualifikationen verfügen muss, zum Beispiel für wissenschaftliche Recherche, Qualitätsmanagement oder die Konzeption von Fortbildungen. Darüber hinaus bietet die Hochschulbildung gute Aufstiegsmöglichkeiten, wirkt sich positiv auf die Berufszufriedenheit der Beschäftigten sowie die Versorgung von Patientinnen und Patienten aus und steigert damit die Attraktivität des Berufsfeldes.
Ein Ziel in der hochschulischen Ausbildung liegt darin, dass Absolventinnen und Absolventen weiterhin „klientennahe“ Tätigkeiten ausüben, also weiterhin mit der Versorgung von Patientinnen und Patienten befasst sind. Eine Befragung von Absolventinnen und Absolventen aus einschlägigen Modellstudiengängen kommt zu dem Ergebnis, dass dies in der Praxis gelingt: 84 Prozent von ihnen arbeiten nach dem Erwerb des Hochschulabschlusses in einer Haupterwerbstätigkeit mit „klientennahen“ Aufgaben und übernehmen im Vergleich zu beruflich Ausgebildeten zusätzliche Aufgaben, zum Beispiel in den Bereichen Beratung, wissenschaftliche Recherche und Konzeptentwicklung.3
2024 wurden erstmalig Daten zu den Pflegestudierenden erhoben. Zum Stichtag des 31.12. waren in Deutschland insgesamt 1.233 Personen für das Pflegestudium eingeschrieben, hier lag der Männeranteil mit einer Anzahl von 234 Studenten bei 19 Prozent. Unter den Studierenden, die 2024 das Studium neu begonnen haben, ist der Anteil mit 21 Prozent etwas höher, hier waren 156 von den 744 neu eingeschriebenen Studierenden männlich. Trotzdem sind die Männeranteile unter den Studierenden jeweils geringer als bei den Pflegeauszubildenden, wo der Männeranteil 2024 insgesamt bei 26 Prozent und unter den neu gestarteten Azubis bei 27,2 Prozent lag.4