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Gestern – heute – morgen: Frauen machen Technik

Klischeefrei: Frau am Messgerät im Maschinenbau kontrolliert Bauteil auf Fertigungstoleranzen
© industrieblick - Fotolia.com

Junge Frauen machen um Technik- und IT-Berufe oft einen großen Bogen. Ihnen fehlen Role Models und historisches Wissen über die Leistungen von Frauen. Das teilweise verstaubte Image der Technikberufe tut sein Übriges. Höchste Zeit, mit den Klischees aufzuräumen.

In „It’s a man’s world“ besang James Brown 1966 eine nur von Männern gemachte Welt. Demnach haben Männer Autos, Eisenbahnen und Schiffe gebaut, das elektrische Licht erfunden und natürlich auch das Kinderspielzeug. Diese Auffassung von Technik als „männlich“ hält sich bis heute hartnäckig und hindert viele Mädchen und junge Frauen, das spannende Berufsfeld überhaupt ins Auge zu fassen. Umso wichtiger ist es, den Blick zu richten auf die vergangenen, aktuellen und auch zukünftigen Leistungen von Frauen.

Dies versucht zum Beispiel die Publikation „Gender-Effekte. Wie Frauen die Technik von morgen gestalten“. Die Autorinnen und Autoren gehen hier aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage nach, wie Technik „männlich“ wurde und inwiefern sich Gender und die Gestaltung von Technik auch heute noch gegenseitig beeinflussen. Ziel der Herausgeberinnen ist es, die Expertise von Frauen in der Entwicklung und Gestaltung von Technologie sowohl für den wissenschaftlichen als auch für den öffentlichen Diskurs sichtbar zu machen.

Technikinteressierte Mädchen fördern

Frauen müssen nicht nur als Nutzerinnen, sondern auch als Gestalterinnen von Technik sichtbarer werden. Laut einer aktuellen von Microsoft in Auftrag gegebenen Untersuchung ist das Interesse an Technik bei Mädchen sehr wohl vorhanden und im Alter von 11 bis 16 Jahren sogar besonders ausgeprägt. Doch dann sinke ihr Interesse rapide ab. Ein Grund: Gesellschaftliche Geschlechtsstereotype, die nach wie vor dafür sorgen, dass Rollenklischees auch in der Berufswahl fortbestehen. Mädchen benötigen daher Vorbilder, die sie ermutigen, sich darüber hinweg zu setzen, an ihrem Interesse festzuhalten und dies z.B. gegenüber ihrer Peer Group oder ihren Eltern zu vertreten. Mädchen und junge Frauen brauchen also Role Models, die zeigen: Frauen und Technik – na klar!

Mehrwert für die Gesellschaft

Technik wird von Männern und Frauen genutzt und sollte daher auch von Männern und Frauen gemacht werden. Im Bereich von Gesundheit und Medizin ist dies bereits so, hier gibt es sogar eine Anzahl von frauendominierten Berufen im Gesundheits- und Medienbereich wie z.B. Augenoptikerin, Zahntechnikerin oder Mediengestalterin. Doch für die derzeit noch männertypischen Technikberufe z.B. in den Bereichen Elektronik, Metallbau und IT bestehen für junge Frauen Hürden, die abgebaut werden müssen. Damit Frauen auch in Technikberufen nicht nur frauentypische Nischen besetzten, benötigen Mädchen und junge Frauen neben unterstützender Berufsorientierung auch entsprechende Identifikationsfiguren.

Frauen in Technik- und IT-Berufen haben durch ihre Arbeit direkten und indirekten Einfluss auf die Entwicklung unserer Gesellschaft. Wo früher nur Männer waren, bestimmen heute auch hier Technikerinnen und Ingenieurinnen mit über technische Entwicklungen. Dies sollte sich jedoch nicht auf traditionell frauentypische Nischen wie Gesundheit und Medizin beschränken. Da Frauen und Männer sozialisationsbedingt oft noch unterschiedliche Lebensläufe vorweisen, ist eine größere Beteiligung von Frauen auch in anderen technischen Berufsfeldern wie z.B. Nanotechnik, Umwelttechnik, der Luft- und Raumfahrt, Informationstechnik, Metallbau etc. notwendig, damit ihre Sichtweise und daraus resultierende Bedarfe auch in die Entwicklungen dieser Bereiche einfließen können. Die Beteiligung von mehr Frauen ist ein Mehrwert für die Gesellschaft und macht Technik und Informatik perspektivenreicher und damit vielfältiger. Dies hilft wiederum, das Image von Technik als „langweilig“, „alltagsfern“ und „nerdy“ zu entstauben und stattdessen zu zeigen, wie attraktiv und spannend das Berufsfeld sein kann.