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Mädchen unterschätzen ihre Fähigkeiten schon ab der 5. Klasse

Ursache für Frauenmangel in MINT-Berufen

Grundschulmädchen lehnt frustriert ihren Kopf an der Tafel mit Matheaufgaben an
© Fotolia | detailblick-foto

Frauen sind an Universitäten und Fachhochschulen in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) stark unterrepräsentiert. Der aktuelle Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) geht der Frage nach, inwiefern eine der Ursachen schon im Grundschulalter zu suchen ist.

Wie schätzen Jungen und Mädchen ihre Fähigkeiten in Mathematik und im Vergleich dazu in Deutsch ein und ab wann bilden sich unterschiedliche Selbsteinschätzungen aus? Der DIW-Wochenbericht 45/2017 untersucht diese Fragen anhand von repräsentativen Daten des Nationalen Bildungspanels. Die Ergebnisse zeigen: Schüler schreiben sich bereits in der fünften Klasse höhere Kompetenzen in Mathematik zu als Schülerinnen, die durch Schulnoten nur begrenzt erklärt werden können. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede selbst bei gleichen Noten bestehen über die gesamte Schulzeit bis hin zur zwölften Klasse.

Die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Selbsteinschätzung und daraus entwickelte Selbstkonzepte können eine Erklärung sein, warum Frauen MINT-Fächer viel seltener studieren als Männer, und stattdessen oft Sprachen studieren – unabhängig von ihren tatsächlichen Fähigkeiten. Um dem entgegenzuwirken, sollten Mädchen bereits in der Grundschule in ihrem Selbstvertrauen mit Blick auf mathematische Fähigkeiten bestärkt werden, und Jungen umgekehrt auf ihre sprachlichen Kompetenzen. Eltern und Lehrkräfte sind daher gefordert, gängige Rollenklischees zu reflektieren und Kinder wie Jugendliche dabei zu unterstützen, sich möglichst frei von Klischees zu entwickeln.