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„Geschlechtsspezifische Vorbehalte lassen sich am besten im direkten Gespräch aufbrechen“

Porträt Thorsten Brinkmann
© Thorsten Brinkmann

Das Gewerbe- und Innovationszentrum Lippe-Detmold, kurz GILDE, ist die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung in Ostwestfalen-Lippe. Im Interview erklärt Prokurist Thorsten Brinkmann, warum Diversity ein Erfolgsfaktor für Unternehmen ist.

Herr Brinkmann, stellen Sie Ihre Organisation bitte kurz vor.

Die GILDE ist die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung am Standort Detmold in Ostwestfalen-Lippe. Hier unterstützen wir die heimischen Betriebe und sichern so Wachstum und Beschäftigung im Mittelstand.

Neu gegründete und junge Unternehmen finden in unserem Innovationszentrum wertvolle Starthilfe und einen rundum attraktiven Standort für ihren Markteinstieg. Zudem initiieren wir Projekte zu relevanten Zukunftsthemen, von Internationalisierung und Digitalisierung bis zu Fachkräftesicherung, Krisenmanagement und vielem mehr.

Langjährige Erfahrung haben wir im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR), der verantwortungsvollen Unternehmensführung, in dem wir aktuell als CSR Kompetenzzentrum für Ostwestfalen-Lippe Betrieben das Thema gesellschaftliche Verantwortung als nachhaltige Erfolgsstrategie vermitteln.

Was hat Sie motiviert, sich bei den Nationalen Kooperationen zu engagieren?

Als Wirtschaftsförderer agieren wir an der Schnittstelle von Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung, verbinden unterschiedliche Stakeholder und kommunizieren ökonomische Effekte und gesellschaftliche Entwicklungen.

In diesem Umfeld sensibilisieren wir vor allem kleine mittelständische Unternehmen für aktuelle und künftige Erfolgsfaktoren. Eines der zentralen Wettbewerbspotenziale bietet aus unserer Sicht das Themenfeld „Vielfalt“ (Diversity Management) – vor allem im Rahmen einer nachhaltigen CSR-Strategie.

Denn die Übernahme von Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist angesichts des verschärften Wettbewerbs am Arbeitsmarkt zweifellos einer der stärksten Erfolgsfaktoren. Mit unserem Engagement möchten wir zu einer Verbreitung des Themas geschlechtsunabhängige Berufswahl beitragen und unterschiedliche Stakeholder aktivieren, sich strategisch und operativ mit dem Thema auseinanderzusetzen und letztlich die ökonomischen Potenziale zu nutzen.

Auf welche Weise setzt sich GILDE für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Als Ausbildungsbetrieb verfügen wir über eine jahrelange Erfahrung und haben neben der Qualifizierung zukünftiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch im Rahmen von Verbundausbildungs-Projekten zahlreiche Ausbildungsplätze geschaffen.

Gerade in der Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Betrieben haben wir festgestellt, dass die Klischees und geschlechtsspezifischen Vorbehalte in den Köpfen sich am besten im direkten Gespräch aufbrechen lassen. Die emotionale Ansprache im Zuge einer breiten und öffentlichkeitswirksamen Kampagne ist zweifellos wichtig. Entscheidend sind aber die unmittelbare persönliche Kommunikation im Alltag und das Überzeugen der jeweiligen Entscheider-Person.

Genau darauf setzen wir bei unserer Arbeit, nämlich dass wir in persönlichen Gesprächen mit kleinen und mittelständischen Betrieben sowie anderen Stakeholdern das Thema ansprechen und die Vorteile von Vielfalt und einer Berufswahl frei von Geschlechterklischees darstellen. Und das natürlich nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit konkreten Beispielen anderer Betriebe, sozusagen als Good Practice. Zahlreiche positive Resonanzen aus der Vergangenheit geben uns auf diesem Weg Recht.