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Fachkräftemangel bekämpfen: Mehr Frauen für typische Männerberufe gewinnen und umgekehrt

Arbeiterinnen und Arbeiter in einer Gießerei oder Schlosserei
© Robert Kneschke | Fotolia

Eine neue KOFA-Studie untersucht den Fachkräftemangel in Deutschland und kommt zum Ergebnis: Ein wichtiger Ansatz, um den Engpass zu beheben, ist, mehr Frauen für typische Männerberufe zu gewinnen und umgekehrt.

Eine neue Studie des „Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung“ (kurz: KOFA) untersucht, in welchen Berufen und Regionen Deutschlands der Fachkräftemangel besonders groß ist.

Im Juni 2017 wurden 66 Prozent aller Stellen in Engpassberufen ausgeschrieben. Zwei von drei Arbeitsplätzen, die eine Berufsausbildung oder ein Studium voraussetzen, sind also derzeit schwer zu besetzen, weil es mehr offene Stellen als verfügbare Arbeitskräfte mit der gesuchten Qualifikation gibt.

Am häufigsten fehlen Fachkräfte mit Berufsausbildung, insbesondere in Pflege, Handwerk sowie technischen Berufen. Auch Arbeitskräfte mit Fortbildungs- oder Studienabschluss werden dringend gesucht, vor allem in Gesundheits- und MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

Um den zunehmenden Fachkräftemangel zu bekämpfen, gibt es aus Sicht des KOFA in erster Linie vier Ansatzpunkte:

  • mehr ausländische Fachkräfte gewinnen,
  • ältere Beschäftigte länger im Job halten,
  • Frauen nach der Familienphase die Rückkehr in den Job erleichtern und
  • mehr Frauen für typische Männerberufe gewinnen und umgekehrt

Laut Studie sind geschlechtstypische Berufe (mehr als 70 Prozent Männer- bzw. Frauenanteil) häufiger von Engpässen betroffen sind als geschlechtsuntypische. Ein Grund hierfür sei, dass der Pool potenzieller Fachkräfte größer ist, wenn die Potenziale von Frauen und Männern gleichermaßen genutzt werden.

Die Autorinnen und Autoren folgern, dass es für Unternehmen rational wäre, die Anteile von Frauen und Männern an der Belegschaft anzugleichen und ihre Berufe für die jeweils unterrepräsentierte Gruppe attraktiv zu machen.

Die Studie kommt zum Fazit, dass es ungeachtet der Attraktivität von Berufen mit Blick auf Lohnhöhe, Berufsbezeichnung und Ähnliches erfreulich wäre, wenn auch bei frauentypischen Berufen der Männeranteil weiter steigen würde: „Je gemischter die Berufe, desto seltener bestehen Fachkräfteengpässe.“

KOFA, das „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung“ wurde im Mai 2011 vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln gestartet. Es wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit dem Ziel, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Fachkräftesicherung und der Gestaltung ihrer Personalarbeit zu unterstützen.