X

Sie verwenden einen veralteten Browser, mit dem nicht alle Inhalte von BIBB.de korrekt wiedergegeben werden können. Um unsere Seiten in Aussehen und Funktion in vollem Umfang nutzen können, empfehlen wir Ihnen, einen neueren Browser zu installieren.

„Uns ist der Austausch wichtig“

Nina Feldmann, Stellvertretende Bereichsleiterin, MTO Bildung
© momentum-photo.com

MTO entwickelt seit vielen Jahren Verfahren und beteiligt sich an Projekten, die das Ziel haben, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre Talente und Interessen kennenzulernen. Nina Feldmann, Stellvertretende Bereichsleiterin MTO Bildung, beantwortet die Fragen der Klischeefrei-Redaktion.

Frau Feldmann, stellen Sie Ihre Organisation bitte kurz vor.

Die MTO Psychologische Forschung und Beratung GmbH entwickelt bereits seit über 20 Jahren Konzepte und Verfahren zu den Themen Kompetenzfeststellung, Schulentwicklung, Berufsorientierung und Lernende Organisation. Im Auftrag von Ministerien, Stiftungen, Unternehmen oder Bildungsträgern begleiten und evaluieren wir Bildungsprojekte im Bereich „Schule“ sowie im Bereich „Übergang von der Schule zum Beruf“.

Außerdem unterstützen wir die betriebliche Bildung durch Beurteilungssysteme und begleiten Bildungsprojekte in Unternehmen. Im Rahmen von Schulungen bilden wir Schulleitungen und Lehrkräfte weiter. Unser Team setzt sich aus Expertinnen und Experten aus den Disziplinen Psychologie, Pädagogik, Soziologie, Sportwissenschaft, Wirtschaft, Germanistik und Medienwissenschaft zusammen.

Was hat Sie motiviert, sich bei den Nationalen Kooperationen zu engagieren?

Berufe sind nach wie vor stark geschlechterstereotyp eingeteilt, sowohl in der Vorstellung der Menschen als auch auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt. Da sich viele unserer Projekte mit der beruflichen Orientierung von Jugendlichen auseinandersetzen, ist es uns ein großes Anliegen, dass Jugendliche das gesamte Spektrum an Berufen neutral kennenlernen und austesten können.

Wir engagieren uns zum Beispiel bereits im Rahmen des bundesweiten Netzwerks Berufswahl-SIEGEL aktiv am Austausch über berufliche Orientierung. Uns ist dieser Austausch wichtig, um voneinander profitieren und lernen zu können, zumal die Themen Geschlechterklischees und klischeefreie Berufsorientierung immer wieder aufs Neue reflektiert und auf den Prüfstand gestellt werden sollten.

Auf welche Weise setzt sich die MTO GmbH für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Mit der Kompetenzanalyse Profil AC, dem Analyseverfahren 2P | Potenzial & Perspektive für neu Zugewanderte, der kostenlosen Berufsinteressen-App Zukunft läuft oder dem Leitfaden Berufsorientierung entwickeln wir seit vielen Jahren Verfahren oder beteiligen uns an Projekten, die das Ziel haben, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Talente und Interessen kennenzulernen, sich selbst auszuprobieren und ihre Stärken wertschätzend rückgemeldet zu bekommen. Schon der Abgleich der eigenen Kompetenzen mit den verschiedenen Berufsgruppen kann einem Jugendlichen komplett neue Möglichkeiten aufzeigen, das ist fantastisch.

Bei der Entwicklung von Tests und Planspielen ist es für uns wiederum essenziell, Inhalte und Material geschlechter- und kultursensibel zu erstellen, was bei uns auch intern einen ständigen Reflexionsprozess anstößt. Auch im Rahmen unserer Fortbildungen zu wertfreier Beobachtung sowie teilnehmerzentrierter Beratung werden die Potenziale von Jugendlichen sowie die bewusste Vermeidung von Stereotypisierungen und Voreingenommenheit in den Fokus gerückt.

Welche Erfolge haben Sie bereits mit Ihrem Engagement erreichen können?

Wir freuen uns, dass wir mit über 400.000 Durchführungen unserer teilweise flächendeckend eingesetzten Potenzialanalyseverfahren schon so viele Schülerinnen und Schüler erreicht haben und so den Prozess einer vorurteilsfreien beruflichen Orientierung aktiv mitgestalten.

Die von uns konzeptionell mitentwickelte App Zukunft läuft gewann 2016 den Deutschen Preis für Onlinekommunikation, was für uns zugleich eine Ermutigung darstellt, noch stärker am Ausbau der digitalen Möglichkeiten im Rahmen unserer Projekte zu arbeiten, um so die Jugendlichen gerade bei wichtigen Themen, wie klischeefreie Berufsorientierung und Chancengleichheit, über ein Medium abzuholen, das Teil ihres Lebensalltags ist.