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OECD-Bericht: Geschlechtsspezifische Unterschiede beeinflussen Berufswahl und Arbeitsmarkt

Cover der Publikation „Bildung auf einen Blick 2018: OECD-Indikatoren“
© OECD

Laut OECD-Bildungsbericht 2018 bestehen geschlechtsspezifische Unterschiede fort. Die dahinterstehende Dynamik entfaltet sich jedoch in der Schule und auf dem Arbeitsmarkt unterschiedlich.

Der jährliche Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), zu der neben Deutschland weitere 35 Staaten gehören, geht auf geschlechtsspezifische Unterschiede im Bereich der Bildung ein. Zwei wichtige Erkenntnisse des Berichts lauten:

a) Der geschlechtsspezifische Unterschied begünstigt Mädchen im Bildungssystem, aber Männer auf dem Arbeitsmarkt.

Dazu heißt es im Bericht auf den Seiten 6 und 7:

Jungen werden mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Klasse wiederholen, die Schule frühzeitig ohne Abschluss verlassen und keinen Abschluss im Tertiärbereich erwerben. Trotz besserer Leistungen in der Schule erzielen Frauen jedoch nach wie vor schlechtere Beschäftigungs- und Einkommensergebnisse.

Dies hängt zum Teil mit den unterschiedlichen Entscheidungen zusammen, die Männer und Frauen bei der Wahl ihrer Fachrichtungen treffen. Obwohl es vielfältige Bemühungen gibt, die Geschlechtervielfalt in den verschiedensten beruflichen Karrieren zu fördern, wählen Frauen noch immer mit geringerer Wahrscheinlichkeit gut bezahlte Fächergruppen im Tertiärbereich und machen dort einen Abschluss.

So besteht beispielsweise eine hohe Nachfrage nach Kompetenzen im Bereich Ingenieurwesen, aber nur 6 Prozent der Frauen erwerben einen Abschluss in Ingenieurwesen, verglichen mit 25 Prozent der Männer. Noch immer werden diese Entscheidungen, oft unbewusst, durch kulturelle Normen und vorgefasste, in der Kindheit übernommene Vorstellungen zur Rolle der Frau beeinflusst.

b) Bei den Lehrkräften gibt es leider immer noch große geschlechtsspezifische Unterschiede

Dazu heißt es im Bericht auf Seite 30:

Fast alle Lehrkräfte im Elementarbereich sind Frauen, aber weniger als 50 Prozent der Lehrenden im Tertiärbereich. In den letzten zehn Jahren sind diese geschlechtsspezifischen Unterschiede im Primar- und Sekundarbereich größer und im Tertiärbereich kleiner geworden.

Männliche Lehrkräfte zu gewinnen, erweist sich als besonders schwierig: Während das durchschnittliche Einkommen von weiblichen Lehrkräften dem durchschnittlichen Erwerbseinkommen anderer vollzeitbeschäftigter Frauen mit einem Abschluss im Tertiärbereich entspricht oder darüber liegt, verdienen männliche Lehrkräfte im Primar- und Sekundarbereich zwischen 77 und 88 Prozent der durchschnittlichen Erwerbseinkommen von anderen vollzeitbeschäftigten Männern mit einem Abschluss im Tertiärbereich.