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Klassische Rollenbilder bestimmen noch immer die Arbeitswelt

Schüler baut mit Lehrerin einen Roboter
© Monkey Business | stock.adobe.com

Technisch geprägte Berufe sind nach wie vor männerdominiert, Lehr- und Pflege- bzw. Betreuungsberufe nach wie vor frauendominiert. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Männer dominieren in Deutschland nach wie vor viele technisch geprägte Berufe. 2018 arbeiteten fast zwei Millionen Männer in der Berufsgruppe Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Mit 89 Prozent lag der Männeranteil hier noch vier Prozentpunkte höher als in Informatik- und anderen Informations- und Kommunikationstechnikberufen (IKT), in denen rund 900.000 Männer (85 %) beschäftigt waren.

Der Frauenanteil verändert sich in diesen männlichen Domänen kaum. Während sich im Vergleich zu 2012 der Anteil von Informatikerinnen (einschließlich IKT-Berufen) um gerade zwei Prozentpunkte erhöhte (15 %), sank er bei Maschinen- und Fahrzeugtechnikerinnen im gleichen Zeitraum sogar geringfügig um einen Prozentpunkt (11 %).

Etwas mehr Bewegung herrscht in der Berufsgruppe „Polizei, Kriminaldienste, Gerichts- und Justizvollzug“. Dort erhöhte sich der Frauenanteil von 20 Prozent (59.000 Frauen) im selben Zeitraum auf 24 Prozent (72.000 Frauen).

Nur 1 von 10 Lehrenden an Grundschulen ist ein Mann

Wie unterschiedlich die Geschlechter sich in einem Berufszweig verteilen können, zeigt das vielfältige Berufsfeld der Lehrenden. An allgemeinbildenden Schulen waren 2018 nur etwas über ein Viertel (27 %) der insgesamt etwa 830.000 Lehrenden männlich. Im Vergleich zum Jahr 2012 sank ihr Anteil damit um rund zwei Prozentpunkte.

Besonders selten sind Männer als Grundschullehrer tätig. 2018 waren es 19.000 von insgesamt rund 200.000 Lehrenden an Grundschulen. Der Männeranteil von 9 Prozent sank damit im Vergleich zu 2012 (10 %) geringfügig.

Ein ganz anderes Bild ergibt sich beim Blick auf die deutsche Hochschullandschaft: Hier waren 2018 die Männer in der Überzahl. Mit 193.000 Lehrenden und Forschenden stellten sie 58 Prozent von insgesamt 331.000 ausgeübten Lehr- und Forschungstätigkeiten. Sechs Jahre vorher lag ihr Anteil sogar noch bei 61 Prozent.

Mehr Altenpfleger und Kinderbetreuer

In eher als „Frauenberufen“ geltenden Bereichen wie der Altenpflege legen die Männer dagegen leicht zu. Im Jahr 2018 stieg der Anteil von Pflegern im Vergleich zu 2012 um zwei Prozentpunkte auf 16 Prozent. 110.000 Pfleger standen hier 583.000 Pflegerinnen gegenüber.

Eine aktuelle Auswertung der Statistiken der Kindertagesbetreuung zeigt, dass der Anteil der in der Kindertagesbetreuung tätigen Männer nach wie vor relativ gering ist. Allerdings zog es in den vergangenen Jahren mehr Männer in diesen Beruf. Am 1. März 2019 waren in Deutschland 6,4 Prozent der Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung männlich. Damit waren rund 42.200 Männer unmittelbar mit der pädagogischen Betreuung von Kindern in einer Kindertageseinrichtung befasst oder als Tagesvater aktiv. Vor zehn Jahren waren es noch 13.500 Männer (3,2 %).

Methodik: Die Aussagen zu Berufen stützen sich auf eine Klassifikation der Berufe 2010, deren Einführung in den Mikrozensus 2012 durchgängige Zeitvergleiche ermöglicht.

Quelle: Pressemitteilung „Männerberufe, Frauenberufe? Klassische Rollenbilder bestimmen noch immer die Arbeitswelt“ des Statistischen Bundesamts vom 18. November 2019