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Fachhochschule Bielefeld will Anteil an MINT-Professorinnen erhöhen

Prof. Dr. Michaela Hoke, Fachhochschule Bielefeld
© Michaela Hoke

Der Frauenanteil in den MINT-Fächern nimmt zu, aber nur langsam. Die Fachhochschule Bielefeld engagiert sich in verschiedenen Maßnahmen, um das zu ändern. Jetzt ist sie der Initiative Klischeefrei beigetreten. Im Interview erklärt Prof. Dr. Michaela Hoke, warum.

Frau Professorin Hoke, können Sie die Fachhochschule Bielefeld kurz vorstellen?

Die Fachhochschule Bielefeld ist mit rund 10.000 Studierenden, etwa 250 Professorinnen, Professoren und Lehrkräften für besondere Aufgaben sowie rund 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte staatliche Fachhochschule in Ostwestfalen-Lippe. Ihren Sitz hat die Hochschule in Bielefeld, weitere Standorte befinden sich in Minden und Gütersloh. Die Fachhochschule Bielefeld bietet ein breites Fächerspektrum an, das in fünf Fachbereichen organisiert ist: Fachbereich Gestaltung, Fachbereich Campus Minden, Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik, Fachbereich Sozialwesen sowie Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit. Neben dem inhaltlich breiten Angebot bietet die Fachhochschule Bielefeld verschiedene Studienmodelle wie praxisintegriertes, berufsbegleitendes, kooperatives und duales Studium an.

Was hat Sie motiviert, sich bei den Nationalen Kooperationen zu engagieren?

Auch an der Fachhochschule Bielefeld fällt auf, dass die Studienwahl häufig noch traditionellen Mustern folgt. So sind die einzelnen Studiengänge bei Frauen und Männern unterschiedlich beliebt. Der Frauenanteil bei den Studierenden liegt hoch in den Bachelor-Studiengängen Soziale Arbeit (knapp über 70 Prozent) in der Gestaltung (66,5 Prozent) und in der Wirtschaftspsychologie (66 Prozent). Frauen sind dagegen in den meisten MINT-Fächern noch immer unterrepräsentiert. So sind am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik am Campus Bielefeld nur 14 Prozent der Studierenden Frauen.

Die Fachhochschule Bielefeld hat sich zum Ziel gesetzt, vermehrt Frauen für naturwissenschaftlich-technische Studiengänge zu interessieren. Die Nationalen Kooperationen liefern hier zahlreiche Ideen, Informationen und Kontakte, die für die Durchführung von Projekten hilfreich sind.

Auf welche Weise setzt sich die FH Bielefeld für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Die FH Bielefeld hat zahlreiche Initiativen gestartet, um dieses Ziel zu erreichen. So beteiligt sich die Fachhochschule mit verschiedenen Angeboten am „Girls'Day“ und am „Boys'Day“. Darüber hinaus nimmt die Hochschule am Programm „zdi-campus – Mädchen testen MINT“ teil. Hier erhalten Schülerinnen die Möglichkeit, ein Probestudium in Kombination mit einem Praktikum in einem Unternehmen zu absolvieren, und gewinnen so Einblicke in das Fach und das spätere Berufsfeld. Ebenfalls auf dem Programm stehen Schulbesuche und die Aktivitäten des „zdi-Schülerinnen- und Schülerlabor experiMINT“ des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik. Schülerinnen und Schülern erhalten hier einen praktischen Einblick in die Welt der Ingenieurswissenschaften.

Darüber hinaus gibt es besondere Angebote für weibliche Studierende in MINT-Fächern: Weibliche studentische Hilfskräfte in technischen Projekten werden aus einem zentralen Fonds gefördert. Das Praxisbüro am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik vermittelt Studentinnen in MINT-Fächern Praxiskontakte und berät zu Fragen des Berufseinstiegs. Beispielsweise ist der Besuch der „WoMenPower" auf der Hannover Messe im Veranstaltungskalender fest verankert.

Neben diesen Aktivitäten, die sich direkt an Studierende bzw. Studieninteressierte richten, hat es sich die Fachhochschule Bielefeld zum Ziel gesetzt, den Anteil an weiblichen Lehrenden in MINT-Fächern zu erhöhen. Studien zeigen, dass das Erleben von Professorinnen in Vorlesungen und Seminaren Vorbildcharakter hat und das Selbstverständnis von Studentinnen positiv beeinflussen kann.