01.10.2026
Klischeefrei publizieren – Checkliste für Verlage, Redaktionen und Herausgebende von Schulmedien
Medien haben eine große Macht: Reproduzieren sie gesellschaftliche Klischees, tragen sie zu deren Verfestigung bei. Zeigen sie jungen Menschen jedoch eine Welt, in der alle alles werden können, öffnen sie Horizonte. Auf was sollten Redaktionen achten?
Bilder, Texte und Rollenbilder in Medien prägen Vorstellungen von Berufen, Lebenswegen und gesellschaftlichen Rollen. Dies gilt für Social-Media-Angebote ebenso wie für Zeitschriften, Kinderserien oder Schulmedien. Eine vielfältige Darstellung kann dazu beitragen, dass sich möglichst viele Menschen in den gezeigten Inhalten wiederfinden.
Studien der letzten Jahre weisen darauf hin, dass Frauen und Männer auch heute noch unterschiedlich in Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien repräsentiert werden. Zwar belegen die Ergebnisse deutliche Verbesserungen in Bezug auf die Repräsentanz beider Geschlechter. Jedoch werden Frauen und Männer zum Teil weiterhin in traditionellen Rollen dargestellt bzw. Tätigkeiten und Berufe einem Geschlecht zugewiesen. Weibliche Figuren sind in Schulmaterialien weniger sichtbar als männliche und Frauen werden seltener in aktiv handelnden Rollen dargestellt. In untersuchten Mathematikbüchern machten Frauen beispielsweise 39 Prozent, in Sprach- und Deutschbüchern etwa 35 Prozent der abgebildeten Personen aus.
In der Bildungsforschung werden solche Darstellungen als Teil des „hidden curriculum“ beziehungsweise als implizite Botschaften von Lernmedien diskutiert. Sie können beeinflussen, welche Berufe, Tätigkeiten oder Lebenswege Schülerinnen und Schüler für sich in Betracht ziehen. Eine ausgewogene und vielfältige Darstellung eröffnet hingegen die Möglichkeit, unterschiedliche Interessen, Talente und Perspektiven sichtbar zu machen.
Klischeefreies Publizieren leicht gemacht
Die Initiative Klischeefrei hat eine Checkliste entwickelt, die Verlage und Redaktionen bei der Prüfung und Gestaltung ihrer Inhalte unterstützt. Sie bietet praktische Anregungen, um Menschen, Berufe und Lebenswege vielfältig und ausgewogen darzustellen. Oft können bereits kleine Anpassungen in Bildauswahl, Sprache und Beispielen dazu beitragen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen.