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Über die Initiative

8 Hände mit einem Stift in der Hand über einem weißen Blatt Papier mit der Aufschrift "Nationale Kooperationen zur geschlechtergerechten Berufs- und Studienwahl".
© Gajus-fotolia.com

Als Nationale Kooperationen zur Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees machen wir uns für eine klischeefreie Berufsorientierung stark. Hier erfahren Sie mehr über unsere Philosophie, unsere Organisation und Partnerinnen und Partner der Initiative.

Berufe für Mädchen, Berufe für Jungen …

… solche Vorstellungen sind doch eigentlich überholt, oder? Leider nein: Noch immer wird die Berufswahl häufig von Geschlechtermustern in den Köpfen bestimmt. Dabei sollten junge Menschen Berufe finden, die zu ihren Stärken passen und ihnen Spaß machen – frei von Klischees und Geschlechterzuweisungen.

Dieses Ziel verfolgen die Nationalen Kooperationen zur Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees. Sie stellen dafür allen am Berufswahlprozess Beteiligten folgende Angebote zur Verfügung:

  • Anregungen und Beispiele Guter Praxis für eine klischeefreie Berufsorientierung
  • Griffige Faktenblätter zur geschlechtergerechten, klischeefreien Berufs- und Studienwahl für unterschiedliche Themenbereiche
  • Praktische Arbeitshilfen für die tägliche Arbeit mit Jugendlichen
  • Beratung zur Gestaltung und Begleitung geschlechtergerechter Berufsorientierung
  • Kontakte und Links auf nützliche Angebote von anderen
  • Veranstaltungshinweise

Warum ist Geschlechtergerechtigkeit wichtig?

Auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Deutschland orientieren sich Frauen und Männer nach wie vor sehr unterschiedlich. Das betrifft sowohl die Ausbildungswege, die Mädchen und Jungen einschlagen, als auch die Ausbildungsberufe und Studienfächer, für die sie sich entscheiden. So sind männliche Jugendliche bei der dualen (60%) und weibliche Jugendliche bei der vollzeitschulischen Ausbildung (70%) überrepräsentiert.

Innerhalb des eingeschlagenen Ausbildungsweges gehen beide Geschlechter dann weiterhin sehr unterschiedliche Wege: Fast drei Viertel der jungen Frauen und über die Hälfte der jungen Männer konzentrieren sich auf lediglich 20 duale Ausbildungsberufe, obwohl im dualen System fast 330 Ausbildungsberufe zur Verfügung stehen. Sowohl in den Schulklassen der berufsbildenden Schulen als auch an den Hochschulen zeigen sich bei der Fächerwahl der Studierenden ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen jungen Frauen und Männern.

Häufig richten junge Menschen ihre Berufswahlentscheidung also nach überkommenen Mustern aus und schränken damit ihr Berufswahlspektrum stark ein. Das hat Auswirkungen auf drei Ebenen:

  • Individuell: Die berufliche Selbstverwirklichung ist ein wesentlicher Aspekt persönlicher Zufriedenheit und Lebensqualität. Geschlechterklischees schränken die freie Entfaltung der Persönlichkeit ein.
  • Wirtschaftlich: Eine wettbewerbsfähige Volkswirtschaft ist darauf angewiesen, dass alle jungen Menschen ihre Fähigkeiten unter Berücksichtigung ihrer Lebensentwürfe bestmöglich realisieren. Dadurch werden die gesamtwirtschaftlichen Wachstumspotenziale genutzt und ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs geleistet.
  • Gesellschaftlich: Eine geschlechtergerechte Berufs- und Studienwahl hat eine eigenständige Existenzsicherung über den gesamten Lebensverlauf im Blick und ermöglicht Frauen und Männern eine gleichberechtigte gesellschaftliche Partizipation.

Das Prinzip der klischeefreien Berufs- und Studienwahl

Junge Frauen und Männer gewinnen die Möglichkeit, ihre beruflichen Perspektiven zu erweitern – jenseits von Geschlechtergrenzen, allein nach ihren individuellen Stärken und Talenten.

Alle am Berufswahlprozess Beteiligten fördern Jugendliche bei einer Berufs- und Studienwahl, die frei ist von Geschlechterzuweisungen und Klischees – angefangen bei den Eltern über die Fachkräfte aus Früher Bildung, Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Einrichtungen bis zur Berufsberatung. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf klischeefreier Sprache und auf geschlechtergerechten Materialien und Angeboten.

Unterstützen Sie eine moderne Berufsorientierung, die frei von Geschlechterklischees ist. Bringen Sie so mehr Vielfalt in Ihre Einrichtungen und Unternehmen.

Organisation

Um eine geschlechtergerechte Berufs- und Studienwahl bundesweit zu etablieren, wurde das Ständige Forum zentraler Akteure mit einer Servicestelle als Kern der Nationalen Kooperationen gebildet. Dem Forum gehören die zuständigen Bundesministerien, die Bundesagentur für Arbeit, Sozialpartner und Vertretungen aus Ländern, Wissenschaft, Praxis und Wirtschaft an.

Dieser Kreis hat die „Positionen zu einer Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees“ entwickelt und dazu die Handlungsempfehlungen „Nationale Kooperationen zur Berufs- und Studienwahlfrei von Geschlechterklischees“ zur Umsetzung erarbeitet.

Das Forum beschäftigt sich mit aktuellen Fragen der geschlechtergerechten Berufs- und Studienwahl und sammelt Informationen und Materialien (Konzepte, Leitfäden, Ideen, Bedarfe etc.).

Zentrale Anlaufstelle zur Beratung sowie zur Vernetzung für Institutionen und Aktive ist die Servicestelle der Nationalen Kooperationen. Sie bereitet die vom Forum ausgewählten Informationen, wie geschlechterbewusst gestaltete Maßnahmen, Materialien sowie Beispiele gelungener Praxis, fachlich und redaktionell auf und stellt sie auf www.klischee-frei.de zur Verfügung. Daneben führt sie die Fachtagungen der Nationalen Kooperationen durch.

Das Forum der Nationalen Kooperationen ist aus dem Expertinnen- und Expertenkreis Geschlechtergerechte Studien- und Berufswahl hervorgegangen, der 2014 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ins Leben gerufen wurde.

Informieren Sie sich hier über die Mitglieder des Forums.

Dokumente

Positionen zu einer Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees

Das Positionspapier beschreibt Entwicklung, Ziele und Handlungsempfehlungen einer klischeefreien Berufs- und Studienwahl. Es geht auf den politischen Auftrag sowie auf den individuellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen einer geschlechtsunabhängigen Berufsorientierung ein.

Selbstverpflichtung

Die Selbstverpflichtung definiert die konkreten Ziele und Handlungen, die mit der Unterstützung einer klischeefreien Berufs- und Studienwahl einhergehen. Das offizielle Papier wird von Institutionen unterzeichnet, die den Nationalen Kooperationen beitreten wollen.

Nationale Kooperationen zur Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees

Dieses Dokument enthält konkrete Umsetzungsmaßnahmen, um das Prinzip einer geschlechtergerechten Berufs- und Studienwahl, wie im Positionspapier beschrieben, bundesweit zu verbreiten. Dazu werden die Nationalen Kooperationen zur Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees ins Leben gerufen, denen sich alle am Berufswahlprozess Beteiligten mit einer Selbstverpflichtung anschließen können. Begleitet wird die Initiative durch den Aufbau einer unterstützenden Vernetzungs- und Kommunikationsstruktur. Dazu gehören unter anderem das Ständige Forum mit einer Servicestelle und das Webportal klischee-frei.de.