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Hochschulen: Studienwahl ohne Geschlechterklischees ermöglichen

Studierende bei einer Vorlesung.

Studieninteressierte stehen vor einer großen Auswahl von Studienfächern. Mit Beratung und anderen Informationsangeboten unterstützen Hochschulen junge Menschen frühzeitig bei ihrer Wahl, indem sie einen realistischen Einblick in die Hochschule verschaffen – unabhängig von Geschlechterklischees.

Angehende Studierende folgen häufig den Geschlechtergrenzen im Kopf: Bisher entscheiden sich weniger Frauen als Männer für ein Studienfach aus dem MINT-Bereich. Männer wählen seltener als Frauen ein Studium in den Bereichen Sozialwesen, Erziehung und Sprachen.

Mit angeborenen Neigungen und Talenten ist das nicht zu erklären. Vielmehr tragen seit der Kindheit aufgebaute Geschlechtergrenzen und falsche Vorstellungen über Studieninhalte in den Köpfen junger Menschen maßgeblich dazu bei, dass sich an den Geschlechterverteilungen wenig ändert. Auch Ängste können eine Rolle bei einer geschlechtsbestimmten Wahl spielen: Als einzige Frau unter Maschinenbauern, als einziger Mann unter Grundschullehrerinnen zu sitzen kann eine Herausforderung sein.

Eine klischeefreie Studienorientierung mit frühzeitigem Kontakt zu einer Hochschule kann junge Menschen darin bestärken, offen zu sein für die große Vielfalt an Studienmöglichkeiten. Die Vorteile zeigen sich im Verlauf des Studiums: Wer mit realistischen Erwartungen ein Studium aufnimmt, den eigenen Interessen folgt und Spaß hat an den gewählten Studienfächern, ist zufriedener und bricht das Studium seltener ab.

So gelingt eine geschlechtersensible Studienorientierung durch Hochschulen

Sind Sie in der Studienberatung tätig, sind Sie für die Kommunikation an Ihrer Hochschule zuständig, mit gleichstellungspolitischen oder anderen nachwuchsrelevanten Aufgaben in Fakultäten oder Fachbereichen befasst? Dann können Sie geschlechtergerechte Studienorientierung auf vielfältige Weise fördern:

  • Setzen Sie sich kritisch mit den eigenen, teils unbewussten Rollenbildern auseinander. Das ist ein wichtiger Schritt, um junge Menschen geschlechtersensibel beraten zu können.
  • Achten Sie, wo immer möglich, auf eine geschlechtersensible (Bild-)Sprache – durchgehend in allen Medienformaten.
  • Setzen Sie sich dafür ein, dass Ihre Hochschule Leitlinien für eine klischeefreie Studienorientierung einführt oder weiterentwickelt.
  • Ermöglichen Sie Schülerinnen und Schülern praktische Studienorientierung: Führen Sie frühzeitige Angebote durch, wie beispielsweise Sommer- oder Herbsthochschulen, die die Jugendlichen auf viel zu selten beachtete Studienbereiche aufmerksam machen.
  • Mit den Aktionstagen Girls’Day und Boys’Day an Ihrer Hochschule geben Sie Schülerinnen und Schülern schon ab Klasse 5 die Möglichkeit, Studienfächer kennenzulernen. Durch diese Aktionstage fördern Sie eine praktische Erfahrung mit Studienfächern und Berufen, die Mädchen und Jungen noch eher wenig in Betracht ziehen.
  • Fördern Sie in Ihren Orientierungsangeboten den Kontakt zwischen den Schülerinnen und Schülern mit den Studierenden aus der jeweils unterrepräsentierten Geschlechtergruppe der Studiengänge. Dieser Erfahrungsaustausch baut Barrieren ab.

Machen Sie mit bei den Nationalen Kooperationen! Durch Einbindung des Klischeefrei-Logos auf Ihrer Website können Sie deutlich machen: Geschlechtergerechtigkeit wird bei uns großgeschrieben.